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Planungen für den Irankrieg
04.07.2003


Gordon Thomas

http://www.americanfreepress.net/06_29_03/Global_War_Looms_/global_war_looms_.html







Vor zwei Wochen erhielt ein Prinz der königlichen kuwaitischen Familie einen Anruf von einem Mitarbeiter des US-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld, in dem er gefragt wurde, ob der Komplex verfügbar wäre. Der Prinz hatte schon den Verdacht, daß er für eins dieser geheimen Treffen, die von Washington im Golf gehalten werden, gebraucht würde.

Am nächsten Tag landete eine Hercules Transportmaschine auf dem kuwaitischen internationalen Flughafen. Heraus kam eine Gruppe bleicher Männer mittleren Alters in Baumwollhemden und -hosen. Sie hatten Laptops und dicke Aktentaschen dabei.

Für einen zufälligen Beobachter waren sie einfach nur eine weitere Abordnung aus Washington, die mit dem Nachkriegsirak zu tun hatte. Aber diese Männer waren die Vorausplaner des nächsten Krieges - des Krieges gegen den Iran.

Innerhalb von einer Stunde hatten sie sich in ihrer palastartigen Umgebung - sicher beschützt durch US-Streitkräfte - eingerichtet und ihre Karten des Iran ausgepackt, die Computerbilder des Geländes heruntergeladen und begonnen, das "Ziel Iran" zu planen.

Sichere Kommunikationskanäle mit Washington waren eingerichtet und getestet worden. Einer ging zur CIA, ein anderer zum Pentagon. Über diese Kanäle und ihre gesicherten Computer würden die kuwaitischen Einsatzkräfte die neusten Geheimdienstinformationen aus dem Iran erhalten.

Einige dieser Informationen würden aus Israel kommen - von Mossad-Agenten in Teheran.

Sie würden dafür sorgen, daß dem geplanten "Ziel Iran" keinerlei Informationen fehlten. Die dort stationierten Männer sind ein Think Tank des Pentagons für den nächsten Krieg.

Sie sind einige der "Neo-Cons" - einer neuen Art von "konservativen" Intellektuellen, die entschlossen sind, die Bush-Regierung in die Richtung einer noch aggressiveren Alleingangs-Haltung zu bringen. Sie werden in Washington von dem Hardliner John Bolton, dem Staatssekretär für Waffenkontrolle, angeführt.

Am gleichen Tag, als die "Neo-Cons" in Kuwait landeten hatte Bolton, ein politisches Spiegelbild von Rumsfeld, eine neue Warnung wegen einer angenommenen atomaren Bedrohung durch den Iran herausgegeben.

Bolton tat dies auf der jährlichen Konferenz des amerikanisch-israelischen Komitees für Öffentlichkeitsarbeit in Washington. Sein Thema waren die atomaren Gefahren, denen "diese Regierung entgegentreten will, wenn der Krieg gegen den Irak vorüber ist."

Er schloß: "In der Zeit nach Saddam wird es von gleicher Wichtigkeit sein, sich mit dem iranischen Atomwaffenprogramm zu befassen wie auch mit der Bedrohung, die Nordkorea weiterhin darstellt."

Sein mächtiges Publikum - viele von ihnen entscheidende Lobbyisten für Israel in Washington - gaben ihm stehende Ovationen. Das war es, was sie hören wollten. Nach dem Irak - Iran.

Sie wußten, daß Bolton, ein düsterer Mann in einem grauen Anzug mit einer farblosen Redeweise, als der Strohmann für andere mächtige Männer in der Bush-Regierung da war. Sie schließen den stellvertretenden Verteidigungsminister Paul Wolfowitz und den Staatssekretär für Verteidigungspolitik Douglas Feith ein. Sie sind nach Rumsfeld die höchsten Pentagon-Beamten.

Andere Mitglieder dieser Gruppe sind Lewis Libby, Stabschef von Vizepräsident Dick Cheney und Elliot Abrams, verantwortlich für die Politik im Mittleren Osten im Nationalen Sicherheitsrat. Sie alle sind entscheidende Unterstützer Israels. Sie bilden außerdem das Herz der Verfechter von Bushs "muskulöser Demokratie". Sie ist dem frontalen Angriff auf "Feinde" Amerikas gewidmet.

Der frühere CIA-Direktor James Woolsey sagte vor kurzem bei einer Rede in Los Angeles: "Der Feldzug im Irak ist wirklich erst der Anfang des Dritten Weltkriegs und eines, der Jahrzehnte andauern könnte."

Die Neo-Cons hatten nach Kuwait eine Liste von Zielen mitgebracht. Unter ihnen waren Pakistan, Libyen, Saudi-Arabien, Burma, Kuba, Nordkorea und eventuell China.

In ihren Aktentaschen befand sich eine Kopie dessen, was zu ihrem Leitmotiv geworden ist: das Informationspapier über die globale Strategie, das der CIA-Direktor George Tenet für Bush vorbereitet hatte.

"Bis zum Jahr 2015 wird China viele Raketen mit atomaren Sprengköpfen aufgestellt haben, die gegen die Vereinigten Staaten gerichtet sind, größtenteils besser überlebensfähige mobile See- und Landraketen", so das Papier.

Um den Angriff auf den Iran vorzubereiten - der für den Anfang des Jahres 2004 erwartet wird, weniger als ein Jahr ab jetzt - traf sich das Team von Analysten, Logistikern und anderen Spezialisten in der kuwaitischen Ferienanlage. Sie haben den Befehl erhalten, ihre Pläne für den Angriff auf den Iran in Gang zu bringen.

"Ziel Iran" wird den gleichen rücksichtslosen, alles vernichtenden Weg gehen wie die Zerstörung des Saddam-Regimes.

In den Plänen für den Wiederaufbau des Iraks wurden die militärischen Flughäfen Saddams bereits für ihren Einsatz gegen den Iran markiert.

US-Basen in Afghanistan werden es der mächtigsten Luftwaffe der Welt erlauben, einen zangenförmigen Luftangriff zu beginnen.

Dies wird unterstützt durch US-Flugzeugträger und Raketen abfeuernde Kriegsschiffe im Golf.

Die Türkei wird dazu gezwungen werden, ihren Luftraum für nördliche Luftangriffe zu öffnen.

Die Neo-Cons vermuten, daß der Iran in kürzester Zeit - mit den Worten Boltons - "überrollt" werden könnte, "vermutlich schneller, als es bei Saddam gedauert hat."

Die Mullahs in Teheran sind im Vergleich zum Irak schlecht ausgerüstet. Ich Flugzeuge sind nach modernen Maßstäben fast altmodisch. Sie haben nichts, um es mit den amerikanischen F-18 oder den Panzerkillern aufzunehmen.

Es stimmt, auf dem Boden kann der Iran eine beachtliche Armee ins Feld führen. Die ist aber wiederum schlecht ausgerüstet, um einen modernen Techno-Krieg zu führen.

Die Neo-Cons treiben es weiter voran - und ignorieren dabei die Warnungen altgedienter Diplomaten des Außenministeriums.

Zwei der Berater des US-Außenministers Colin Powell haben ihm eine Mitteilung geschrieben, in der sie vor einer wachsenden Gefahr warnten, daß die durch Bolton und seine Gruppe vertretene Politik "in der Welt wachsende Abneigung verbreitet".

Eine Kopie wurde an die nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice gefaxt. Es wird sie nicht beeinflußt haben. Sie ist der Bush am nächste Hardliner. Sie ist die leise und deutliche Stimme der Architekten der amerikanischen Militärmacht.

In den Anfangstagen der Bush-Regierung sorgte sie für den Frieden zwischen Rumsfeld und Powell.

In einem unvergeßlichen Satz über diesen Teil ihrer Arbeit sagte sie: "meine Aufgabe ist es, Colin die Leute zu Tode reden zu lassen und es Donald zu ermöglichen, zu sagen, daß er ihnen einen überziehen wird, wenn sie nicht zuhören."

Jetzt ist sie aber komplett in der Ecke Rumsfelds. Powell, obwohl seine mutigen Worte über den Irakkrieg wichtig waren, wird zunehmend unwichtiger gemacht. Seine persönliche Beziehung zu Rice hat sich auf kühles Lächeln bei Kabinettstreffen reduziert.

Von den Treffen, die Bolton mit seinen entscheidenden Pentagon-Beamten abhält, bei denen Rumsfeld manchmal anwesend ist, ist Powell ausgeschlossen.

Das Schlüsselelement ihrer Pläne ist, daß der Irak der natürliche "Fahrplan" ist, um gegen den Iran vorzugehen.

Welchen Weg wird Bush schließlich nehmen? Die Antwort liegt aller Wahrscheinlichkeit nach im Aufgabenbuch Washingtons.

Ein weiteres US-Wahljahr nähert sich. Die übermächtige israelische Lobby in den Vereinigten Staaten wird hart darauf drängen, gegen den Iran vorzugehen, damit dieser keine Bedrohung mehr für Israel darstellen kann.

Und wie Hardliner-Zionisten gerne sagen "nächstes Jahr in Jerusalem", so hat der israelische Premierminister Ariel Sharon begonnen "nächstes Jahr in Teheran - so Gott und Mr. Bush will" zu murmeln.




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