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Gesetzlosigkeit in Afghanistan
30.07.2003









In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht dokumentiert die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) den hohen Grad der Gesetzlosigkeit in Afghanistan.

Die dem Bericht zugrundeliegenden Daten stammen aus dem Südosten des Landes und der Hauptstadt Kabul, dem Gebiet also, das nach Aussage der USA am friedlichsten ist.

Brad Adams, der Leiter der Asien-Abteilung von HRW sagte: "Menschenrechtsverletzungen werden in Afghanistan von bewaffneten Gangstern und Kriegsherrn begangen, die von den Vereinigten Staaten und ihren Koalitionspartnern nach dem Fall der Taliban 2001 an die katapultiert worden sind. Diese Männer und andere haben das Land außerhalb Kabuls im wesentlichen an sich gerissen. Während die landesweiten Wahlen nur noch ein kappes Jahr entfernt sind, scheint sich die Situation der Menschenrechte in Afghanistan zu verschlechtern."

Dem Bericht zufolge werden afghanische Menschen entführt und in inoffiziellen Gefängnissen gefangengehalten um Lösegeld zu erpressen, Frauen, Mädchen und Jungen vergewaltigt, es wird in Häuser eingebrochen und die Familien ausgeraubt und Ladenbesitzern sowie Bus- Lastwagen- und Taxifahrern ihr Besitz abgenötigt.

Außerdem werden politisch Aktive, Journalisten und Medienvertreter von der Armee, der Polizei und Geheimagenten mit dem Tod bedroht, verhaftet und drangsaliert.

Durch die ständige Bedrohung fühlen sich viele Frauen und Mädchen, besonders in ländlichen Gegenden, so unsicher, daß sie ihre Häuser nicht verlassen, so daß sie nicht zur Arbeit oder zur Schule gehen. In vielen Fällen weigern sich die Familien, ihre Mädchen zur Schule zu schicken, weil sie Angst um sie haben.

Die Aussagen vieler Opfer und Augenzeugen verwickeln Soldaten und Polizisten, die unter dem Befehl vieler hochrangiger Militärs und politischer Beamter stehen in die Verbrechen. Unter ihnen sind Mohammad Qasim Fahim, der Verteidigungsminister; Hazrat Ali, militärische Leiter im Osten; Younis Qanooni, der Bildungsminister; Burhanuddin Rabbani, der frühere Präsident Afghanistans und Abdul Rabb al-Rasul Sayyaf, ein mächtiger ehemaliger Anführer der Mujaheddin, demgegenüber viele der Beamten, die in die dokumentierten Mißbrauchsfälle verwickelt, sind loyal sind.

"Ausländische Unterstützung für Kriegsherren destabilisiert Afghanistan", so Adams. "Insbesondere die Vereinigten Staaten und Großbritannien müssen sich entscheiden, ob sie auf der Seite Präsident Karzais und anderer Reformer in Kabul oder auf der der Kriegsherren sind. Je länger sie warten, um so schwieriger wird es sein, den Griff der Kriegsherren nach der Macht zu lösen."




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