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Nachrichten, die man nicht überall findet.




David Kelly tot aufgefunden
18.07.2003









Nachdem David Kelly, am gestrigen Donnerstag Nachmittag von einem Spaziergang nicht zurückgekehrt war wurde am Freitag in London in der Nähe seiner Wohnung eine Leiche gefunden, die die Polizei für Kelly hät.

Der 59-jährige Kelly wurde verdächtigt, die anonyme Quelle gewesen zu sein, aufgrund der die BBC über das "Aufpeppen" von Regierungsberichten über die Bedrohung durch den Irak durch den Kommunikationsdirektor und wichtigen Referenten des britischen Premierministers Tony Blair, Alistair Campbell berichtet hatte.

Dem BBC-Bericht zufolge hatte Campbell angeordnet, daß die Behauptung, der Irak könne chemische und biologische Waffen innerhalb von 45 Minuten einsetzen, in ein im September 2002 veröffentliches Papier aufgenommen wird.

Kelly hatte bestritten, die BBC-Quelle gewesen zu sein.

Anscheinend hatte Kelly sich bereits bedroht gefühlt. Ein enger Freund Kellys, Tom Mangold, sagte gegenüber ITV News, daß Kelly Frau im erzählt habe, daß "er unter starkem Streß stand, daß er sehr, sehr wütend über das war, was vor dem Komitee [zur Untersuchung der BBC-Vorwürfe] passiert war, daß es ihm nicht gut ging, daß er zeitweilig in einem "safe house" [geheimen Unterschlupf] war, es ihm dort nicht gefiel und nach Hause kommen wollte."

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, was passiert ist.

- Kelly ist beim Spaziergehen eines natürlichen Todes gestorben. Das klingt in sofern sehr unwahrscheinlich, da es einige Zeit gedauert hat, bis seine Leiche gefunden worden ist. Wenn man beim Spaziergehen einen Herzinfarkt bekommt versteckt man sich eher nicht hinter einem Busch.

- Kelly wurde das Opfer eines Verkehrsunfalls. Statistisch betrachtet dürfte dies sehr unwahrscheinlich sein. Im Jahr 2002 kamen 413 Menschen (S. 123) durch "rücksichtsloses Fahren" in Großbritannien ums Leben. Im Jahr 2001 bewohnten 7.172.091 Menschen die Großregion London und diese hatte einen Anteil von 21,52% (S. 104) an den landesweiten Tötungsdelikten. Von über 80.000 Einwohner wurde also einer getötet.

- Kelly wurde Opfer eines Überfalls und wurde dabei getötet. Obwohl möglich, klingt auch dies nicht wirklich logisch. Sein Wohngebiet gehört zu den besseren Gegenden Londons. In Großbritannien gab es in 2002 insgesamt 1.048 Tote (S. 123) durch Gewaltverbrechen (Mord, Totschlag, Kindsmord), das heißt daß auf über 31.000 Einwohner ein gewaltsamer Tod kam. Dabei ist noch nicht eingerechnet, daß Kelly in einer "besseren" Gegend lebte.

- Kelly wurde von einem "privaten Fanatiker" getötet, um ihn für seine "Indiskretion" zu bestrafen. Obwohl dies sicherlich auch eine Möglichkeit ist, sind Briten nicht gerade für ihre Heißblütigkeit und ihren Fanatismus berühmt.

- Kelly wurde von oder im Auftrag der Regierung ermordet, entweder um ihn zu bestrafen, ihn zum Schweigen zu bringen oder um ein Exempel zu statuieren, damit ähnliche Vorfälle in Zukunft unterbleiben. Diese Version mag aus "dem Bauch heraus" die einleuchtendste sein, birgt aber sicherlich auch den größten politischen Sprengstoff. Ein staatlich sanktionierter Mord, um Schaden von der Regierung - nicht einmal vom Land - abzuwenden, wäre fast eine Kapitulationserklärung der Demokratie, zumal das Risiko der Entdeckung in diesem Fall besonders hoch wäre. Wenn die "Auftraggeber" dem trotzdem zustimmten, wäre dies sicherlich auch ein Hinweis auf die Tragweite.

-Kelly könnte natürlich auch Selbstmord begangen haben, wie dies in mehreren Medien mittlerweile spekuliert wird. Unabhängig von konkreten Anlässen und Anhaltspunkten wäre das sicherlich die einfachste Erklärung.

Es fällt zumindest auf, daß die bisherigen Berichte der Polizei mehr als nur lückenhaft sind. Bisher wurde Kelly nach Aussage der Polizei nicht "formell" einwandfrei identifiziert und es gab bisher keinerlei Berichte über den Zustand der Leiche, also beispielsweise über Verletzungen.




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