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"Er war's!" - "Nein, er!"
11.07.2003









Wenn Kinder dabei erwischt werden, daß sie etwas angestellt haben, versuchen diese häufig mehrere Strategien, um einer Strafe zu entgehen.

Erst wird versucht, die Tat zu leugnen.

Hände und halbes Gesicht voller Schokolade: "Nein, wirklich nicht. Ich hab die Schoko nicht gegessen!"

Wenn das nicht funktioniert hat, wird eine zweite Strategie probiert, die sich auch gegen Freunde richten kann.

"Der Thomas hat mich aber angestiftet! Und überhaupt: der hat viel mehr gegessen!"

Thomas reagiert dann meistens mit einem entschiedenen "Stimmt ja gar nicht!"

Und am Ende richtet sich der Zorn dann gegen die "Petze", ohne die die ganze Sache ja niemals aufgeflogen wäre.


Und was hat all das nun mit dem politischen Tagesgeschehen zu tun? Leider viel zu viel.


Am Donnerstag wies US-Außenminister Colin Powell Vorwürfe zurück, US-Präsident George W. Bush habe bewußt gelogen, als es um Beweise für irakische Massenvernichtungswaffen ging.

Ebenfalls am Donnerstag sagte Powell, er habe die "Beweise" für irakische Urankäufe bei seiner Präsentation vor dem Sicherheitsrat nicht wiederholt, weil er sie für zu schwach hielt. George Bush war eine Woche zuvor noch anderer Ansicht gewesen. Nur 10 Tage, nachdem die UN-Atomenergiebehörde die Dokumente erhalten hatte, hatte diese sie als Fälschungen entlarvt.

Die CIA, die hierdurch auch in die Kritik geraten könnte, sagte einem Bericht der CBS Evening News zufolge, daß sie ebenfalls Zweifel an der Echtheit der Dokumente gehabt hat und das Weiße Haus wie auch die britischen Behörden davor gewarnt hat, sie öffentlich als Beweise vorzulegen.

George Bush bestritt diese Behauptung am Freitag. "Ich hielt eine Rede an die Nation, die von den Geheimdiensten freigegeben worden war", sagte er, wobei die - aller Wahrscheinlichkeit nach nicht beabsichtigte - Aussage, daß Reden des Präsidenten der USA vorab von den Geheimdiensten begutachtet werden und dann, wenn sie "in Ordnung" sind, freigegeben werden, schon ein echter Bush-Versprecher sein dürfte.

Und in Großbritannien streitet sich die Regierung seit Wochen mit der BBC über einen kurzen Bericht, in dem behauptet wurde, Geheimdienstberichte seien vor der Veröffentlichung "aufgepeppt" worden.

Hier hören die Parallelen aber auch auf.

Diese Kinder spielen in ihrem Sandkasten nämlich mit Uranmunition und Streubomben.

Aber zu Weihnachten hat sich George auch noch ein neues Spielzeug gewünscht: Atomgranaten.

Vielleicht darf er aber auch bald gar nicht mehr mitspielen. Die ersten Stimmen sprechen schon von einem "Iraqgate".




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