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Todesstrafe überall?
08.07.2003









Der britische Independent berichtete am Dienstag, daß amerikanische Ankläger in einem Mordprozeß in Puerto Rico die Todesstrafe fordern, obwohl das Land diese im Jahr 1929 abgeschafft hat.

Puerto Rico befindet sich in einem Staatenbund mit den USA, der in mehreren Wahlen, die letzte im Jahr 1998, von der Bevölkerung bestätigt wurde. Die Einwohner sind Bürger der USA, haben aber nicht die gleichen Rechte wie "normale" US-Bürger, beispielsweise dürfen sie nicht wählen.

Aufgrund dieses Status des Landes und eines US-Gesetzes von 1994, das es Anklägern ermöglicht, die Todesstrafe überall auf US-Territorium zu fordern, auch in Staaten, in denen Hinrichtungen illegal sind.

Das Verfahren richtet sich gegen die beiden Puerto-Ricaner Hector Acosta Martinez und Joel Rivera Alejandro, denen vorgeworfen wird, 1998 den Besitzer eines kleinen Lebensmittelgeschäfts, Jorge Hernandez Diaz, entführt und ermordet zu haben, als seine Familie die Polizei eingeschaltet hatte.

Die beiden Männer sind vor ein Bundesgericht gestellt worden, weil Diaz Geschäftsbeziehungen mit den USA unterhalten haben soll. Erst auf diesem Weg war es möglich, amerikanische Ankläger einzubringen.

Dies ist der erste von insgesamt 59 Fällen, in denen amerikanische Ankläger in Puerto Rico die Todesstrafe fordern.

In Puerto Rico führt die Forderung zu Widerstand, der möglicherweise zu einer Lockerung des Staatenbundes führen könnte.




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