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Ein ganz neues Einkaufserlebnis
22.07.2003









Wie schon der Spiegel am Montag unter Berufung auf einen Artikel des britischen Guardian berichtete, ist es zu ersten "Feldversuchen" mit durch Miniatursendern markierten Waren gekommen.

Bei beiden entdeckten Versuchen, einer in einem englischen Supermarkt der Tesco-Kette in Cambridge, der andere in einem Wal-Mart in Brockton im US-Bundesstaat Massachussets waren Artikel des Herstellers Gilette mit den RFID-Chips ausgestattet worden.

Damit aber nicht genug, wenn ein Kunde einen so markierten Artikel aus dem Regal nahm, wurde eine Aufnahme von ihm gemacht. An der Kasse wurde dann beim Bezahlen eine zweite Aufnahme angefertigt.

Jeder RFID-Chip enthält eine eindeutige Seriennummer des Artikels, so daß er jederzeit zweifelsfrei identifiziert werden kann. Dies ermöglicht natürlich auch eine Verfolgung des Artikels - und des ihn transportierenden Kunden - durch das komplette Geschäft.

Außerdem besteht zwar nach Angabe des Herstellers Auto-ID Center die Möglichkeit, die Daten auf dem Chip jederzeit, also üblicherweise nach dem Bezahlen, zu löschen, so daß die Artikel nach dem Verlassen des Geschäfts nicht mehr weiter zu verfolgen sind, dies ist aber nur eine bestehende Möglichkeit, deren Nutzung eher unwahrscheinlich ist.

Auf ihrer Website schreibt Auto-ID auch selbst, daß Artikel "von den Fabriken über die Ladenregale bis zu den Recyclingfirmen" verfolgt werden sollen. Dies funktioniert natürlich nur, wenn der Chip noch arbeitet.

Werden die Daten nicht gelöscht, können die Artikel weiter verfolgt werden, entweder in anderen Geschäften, bei Rückkehr in das ursprüngliche Geschäft - gerade wenn es sich um Kleidung handelt - oder auch auf offener Straße, sofern die dazu nötige Infrastruktur geschaffen wird.

Das endgültige Ziel von Auto-ID ist es, jeden Gegenstand in der Welt mit einem solchen Chip auszurüsten um ihn verfolgen zu können, alles unter der Vorgabe "Geschäftsabläufe zu optimieren und zu vereinfachen".

Nach einer flächendeckenden Einführung der RFID-Chips dürfte es sehr schwer sein, der Verfolgung zu entkommen. Die Chips selbst sind so winzig, daß sogar die Europäische Zentralbank plant, sie in Banknoten einzusetzen, um deren Wege nachvollziehen zu können. Ein Einfaches Entfernen von der Packung dürfte also unmöglich sein.

Im Geschäft selbst und auf dem Weg nach Hause wäre es noch möglich, die Artikel nur in aluminiumkaschierten Tüten oder anderen Behältnissen, die die Funkwellen nicht durchlassen, zu transportieren. Eine endgültige Lösung wäre dies aber auch nicht, da die Chips auch nach dem Wegwerfen aktiv wären und dies bei einigen Artikeln - Kleidung zum Beispiel - eben nicht funktionieren würde.

Eine anonymes Kaufen der Artikel mit Bargeld wäre ebenfalls nicht möglich, wenn auch die Geldscheine selbst markiert sind, außerdem blieben hier immer noch die Kameraufzeichnungen.

Eine Zerstörung der Chips durch elektrische Impulse wäre vermutlich möglich, würde aber sicherlich auch zu spät greifen, da dies im Regelfall auch erst zu Hause passieren könnte.

Die einzige Möglichkeit wäre vermutlich, alle genannten Methoden miteinander zu kombinieren.

Tesco hat das System schon benutzt, um vermutliche Ladendiebe aufgrund eines Abgleichs der bei der Warenentnahme und der Bezahlung gemachten Bilder zu identifizieren. Hierbei wurde zwar außer acht gelassen, daß die Kunden die Artikel möglicherweise einfach auf dem Weg zur Kassen wieder weggelegt haben - eine komplette Überwachung mit Funksensoren erfolgt in dem Geschäft ja noch nicht, die Bilder wurden aber trotzdem an die Polizei gegeben.

Bei einer wirklich umfassenden Einführung des Systems würden sich aber weitere interessante Möglichkeiten bieten.

- Ein Bußgeldbescheid der örtlichen Müllabfuhr, weil die Tageszeitung nicht ordnungsgemäß dem Papierrecycling zugeführt worden ist.

- Eine individuelle Prämienerhöhung der Krankenversicherung, da festgestellt worden ist, daß zu viele Süßigkeiten verzehrt worden sind.

- Automatische Kontoabbuchungen bei widerrechtlichem Parken - schließlich haben dann auch Autos solche Chips.

Und in Kombination mit RFID-Chips für Menschen wäre dann endgültig jeder Mensch jeder Zeit an jedem Ort lokalisierbar.

Hier noch eine Liste von der Auto-ID Center-Website der an der Finanzierung beteiligten Firmen und Organisationen, (in Klammern jeweils eine interne ID, aus der sich zumindest die Reihenfolge der Beteiligung ablesen läßt):

Abbott Laboratories (84)
Ahold, IS (95)
Best Buy Corporation (77)
Canon Inc. (86)
Carrefour (108)
Chep International (3)
Coca-Cola (36)
CVS (62)
Dai Nippon Printing Co., Ltd (39)
US-Verteidigungsministerium (41)
EAN International (4)
Eastman Kodak (76)
Frito-Lay (49)
Gillette (7)
Home Depot (57)
International Paper (8)
Johnson & Johnson (10)
Kellogg"s Corporation (97)
Kimberly Clark Corporation (32)
Kraft (69)
Lowes Companies, Inc. (94)
Metro AG (65)
Mitsui & Co, Ltd. (79)
Nestle (100)
Pepsi (43)
Pfizer (44)
Philip Morris (14)
Procter and Gamble Company (16)
Sara Lee (66)
Smurfit-Stone Container Corp (104)
Target Corp. (51)
Tesco Stores Ltd. (31)
Toppan Printing (59)
Uniform Code Council (21)
Unilever (30)
United States Postal Service (22)
UPS (46)
Visy Industries (70)
Wal-Mart Stores, Inc. (23)
Wegmans Food Markets, Inc. (96)
Westvaco (29)
Yuen Foong Yu Paper Mfg. Co., LTD. (24)


Diese Liste enthält die Firmen und Organisationen, die an der Entwicklung beteiligt sind:

Accenture (35)
ACNielsen (40)
Alien Technology (1)
Arbitron (118)
Avery Dennison (37)
AWID (88)
British Telecommunications (BT) (98)
Cap Gemini Ernst & Young, Inc. (116)
Cash"s (2)
Catalina Marketing Corp (82)
Checkpoint Systems, Inc. (26)
ConnecTerra, Inc. (83)
Ember Corporation (38)
Embrace Networks (106)
Flexchip AG (5)
Flint Ink (6)
GEA Consulting (91)
GlobeRanger (52)
IBM Business Consulting Serivces (47)
IDTechEx (92)
Impinj, Inc. (103)
Information Resources, Inc. (74)
Intel (55)
Intermec (60)
Invensys PLC (9)
Ishida Co, Ltd. (105)
KSW Microtec AG (80)
Manhattan Associates (99)
Markem Corp. (11)
Matrics (42)
Morningside Technologies (63)
Motorola (12)
NCR Corporation (13)
Nihon Unisys Ltd. (102)
Nippon Telegraph and Telephone Corporation (72)
NTT Comware (73)
OATSystems (64)
Omron Corporation (112)
Philips Semiconductors (15)
Provia Software (113)
PSC Inc. (120)
Rafsec (17)
RF Saw Components (48)
SAMSYS (90)
SAP (27)
Savi Technology (18)
Sensitech (75)
Sensormatic Electronics Corp (19)
Siemens Dematic Corp. (68)
STMicroelectronics (61)
Studio Luminosity (34)
Sun Microsystems (20)
Symbol Technologies (54)
TAGSYS (56)
ThingMagic (28)
TIBCO Software (119)
Toppan Forms (85)
Toray International, Inc. (58)
Verisign, Inc. (117)
Vizional Technologies (81)
Zebra Technologies Corporation (67)

Bis zur Nummer 24 dürfte es sich um die Firmen beziehungsweise Organisationen handeln, die von Beginn an beteiligt sind.

101 und 109 sind nicht aufgeführt, da es sich dabei um doppelte Einträge von Philip Morris und Gilette handelt.

33 ist die ID von Auto-ID selbst.




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