www.Freace.de


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Wenn die "Wahrheit" zu unangenehm ist
12.07.2003









... dann wird sie schon einmal etwas verändert. Meldungen des US Central Command erfahren mehr oder weniger auffällige "Anpassungen", bevor sie vom US-Verteidigungsministerium veröffentlicht werden.

Das US-CentCom berichtet auf seiner Website über aktuelle Vorkommnisse im Irak, auch über getötete Soldaten. Nach einer Zeit erscheinen diese Meldungen, dann um die Namen der Soldaten ergänzt, auch auf der Website des Verteidigungsministeriums. Das ist aber nicht immer die einzige Veränderung.

Drei Beispiele:

Am 10. Juli berichtete das CentCom:

"Soldat stirbt bei nichtfeindlichem Unfall
Balad, Irak - Ein Soldat der 4th Infantry Division starb am 9. Juli bei einem nicht-feindlichen Vorfall mit einer Schußwaffe. Der Soldat wurde in das 21st Combat Support Hospital und dort für tot erklärt. Der Name wird bis zur Benachrichtigung der nächsten Angehörigen zurückgehalten."

Die Meldung des Verteidigungsministeriums vom 11. Juli verschweigt einen Teil des CentCom-Berichts:

"Sgt. Melissa Valles, 26, Eagle Pass, Texas starb am 9. Juli in Balad, Irak. Valles gehörte zur B Company, 64th Forward Support Battalion, Fort Carson, Colorado. Sie verstarb an nicht kampfbedingten Verletzungen. Der Vorfall wird untersucht."

Aus einem "nicht-feindlichen Vorfall mit einer Schußwaffe", was auf einen Selbstmord hindeutet, sind also "nicht kampfbedingte Verletzungen" geworden.

Das gleiche Muster gab es in den Meldungen des CentCom und des Verteidigungsministeriums zum Tod des Soldaten Corey L. Small am 3. Juli.

Während der Bericht des CentCom besagt, daß er bei der Bewachung des Baghdader Museums in im Schützenausguck seines Schützenpanzers erschossen wurde, spricht das Verteidigungsministerium von einem "nicht-kampfbedingten Grund".

Eine CentCom-Meldung vom 2. Juli wurde noch weitgehender "entschärft":

"Soldat der US-Army stribt an Verletzungen
Baghdad, Irak - Ein Soldat des US-Army 352nd Civil Affairs Command starb an Verletzungen, die er sich am 1. Juli zugezogen hatte, als sein Konvoi von einem improvisierten Sprengmittel in Baghdad getroffen worden war. Der Soldat war in das 28th Combat Support Hospital gebracht worden, wo er behandelt wurde, aber trotz der Bemühungen, ihn zu retten, starb. Der Name wird bis zur Benachrichtigung der nächsten Angehörigen zurückgehalten."

Am gleichen Tag veröffentlichte das Verteidigungsministerium eine Meldung, die den Vorfall ein klein wenig anders darstellt:

"Das Verteidigungsministerium gab heute bekannt, daß 1st Sgt. Christopher D. Coffin, 51, aus Bethlemeh, Pennsylvania, am 1. Juli auf Highway 8 im Irak starb. Coffins Fahrzeug fuhr in einen Graben, als er versuchte, einem Zivilfahrzeug auszuweichen."

Aus einem eindeutigen Angriff auf einen US-Konvoi wurde ein Unfall, der passierte, als ein Soldat einen irakischen Zivilisten vor Schaden bewahren wollte.

Abschließend ist noch einmal hervorzuheben, daß auch das CentCom sicherlich nur bedingt daran interessiert sein dürfte "die Wahrheit und nichts als die Wahrheit" über amerikanische Opfer an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Man muß also davon ausgehen, daß auch diese Aussagen schon "geschönt" worden sind.




Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail