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Folter? Da gibt es wichtigeres...
14.07.2003









Wie der britische Guardian am Montag berichtete, hat sich die UN geweigert, einen für sie im Kosovo arbeitenden Polizeioffizier aus Zimbabwe festzunehmen, obwohl dieser in seinem Heimatland der Folter beschuldigt wird.

Dem Guardian vorliegenden Dokumenten zufolge wurde die UN Anfang Juni von den Vorwürfen gegen Inspektor Henry Dowa unterrichtet, der für die UN in Prizrin arbeitet.

Polizisten aus Zimbabwe werden häufig von der Regierung als Belohnung für gute Arbeit zu UN-Missionen geschickt, wo die Umstände besser sind und die Bezahlung in US-Dollar erfolgt.

Etliche Folteropfer in Zimbabwe haben Dowa als Täter benannt, der sie in der Polizeistation von Harare zwischen 2002 und 2003 mit Fäusten, Stiefeln und Stielen von Spitzhacken geschlagen und sie Elektroschocks gefoltert haben soll.

Die Vorwürfe werden durch medizinische Untersuchungen, die Verletzungen, die mit den beschriebenen Folterungen übereinstimmen, untermauert.

Redress, eine Organisation, die sich für Entschädigungen für Folteropfer einsetzt, hat die UN gedrängt, Dowa festzunehmen, bis er unter internationalem Recht angeklagt werden kann, da es sehr unwahrscheinlich ist, daß er in Zimbabwe angeklagt wird. Es gibt mehrere beeidete Zeugenaussagen, daß die Folterer gesagt haben, sie hätten von Präsident Mugabe besondere Vollmachten erhalten und würden niemals angeklagt werden.

Michael Steiner, der UN-Repräsentant im Kosovo schrieb daraufhin an Redress, daß die UN "die Schwere der Vorwürfe hinsichtlich des Offiziers würdigt."

"Wir haben mit Bedauern festgestellt, daß der UN-Übergangsauftrag im Kosovo nicht die Anklage des Offiziers im Kosovo gemäß den Vorwürfen, die ordnungsgemäß gegen ihn vorgebracht wurden, verfolgen kann."

"Wir müssen unsere knappen Ressourcen dringenden und ernsten Fällen im Kosovo widmen."




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