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USA entwickeln die Waffen der Zukunft
01.07.2003









Der britische Guardian berichtete am Dienstag über Planungen der USA für Waffensysteme, die bis zum Jahr 2025 einsatzbereit sein sollen.

Darunter sind ein wiederverwendbares Hyperschallflugzeug (HCV), daß in der Lage sein soll, von einem gewöhnlichen militärischen Flugplatz zu starten und ein Ziel in 9.000 Seemeilen (16.668 Kilometer) Entfernung in weniger als zwei Stunden zu erreichen, also die siebenfache Schallgeschwindigkeit erreichen soll.

Daniel Goure, Militäranalyst am Lexington Institute in Washington spricht sogar von bis zu zehnfacher Schallgeschwindigkeit. Zum Vergleich: die amerikanische F-16 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von zweifacher Schallgeschwindigkeit.

Dabei soll das unbemannte HCV eine Nutzlast von bis zu 12.000 Pfund (5.500 Kilogramm) an sein Ziel transportieren können.

Schon in den nächsten sieben Jahren soll ein Waffensystem, "small launch vehicle" (SLV) genannt, einsatzbereit sein, daß einen fast 500 Kilogramm schweren Gefechtskopf, "common aero vehicle" (CAV), ins Weltall befördert, von wo aus er dann auf sein Ziel herunterfällt.

Dabei wäre es gar nicht nötig, hier noch mit Sprengstoff zu arbeiten. Bei 500 Kilogramm Gewicht hätte eine Eisenkugel - wenn man das Problem der Reibungshitze löst, aber das besteht bei derartigen Bomben ja noch eher als bei bloßen Metallkugeln - eine Aufschlagsenergie, die über 600 Tonnen TNT entspräche. Hier auch wieder ein Vergleichswert: die Hiroshima-Atombombe hatte eine geschätzte Sprengkraft von 15.000 Tonnen TNT.

Einem Bericht von Jane's Defense Weekly http://jdw.janes.com/ zufolge ist der erste Testflug für ein CAV für Mitte 2006 geplant.

Die amerikanische DARPA (Defence Advanced Research Projects Agency, Behörde für fortschrittliche Forschungsprojekte zur Verteidigung) hat ein detailliertes Planungspapier (Adobe Acrobat-Datei)ins Internet gestellt.

Ziel ist es anscheinend, Angriffe zukünftig von amerikanischem Boden aus führen zu können, ohne auf Basen in anderen Ländern oder andere Lösungen angewiesen zu sein. In Verbindung mit dem geplanten Raketenabwehrschild soll es also möglich sein, Militärschläge gegen Ziele auf der ganzen Welt auszuführen, ohne für den Angegriffenen selbst erreichbar zu sein.

Dies wäre im Grunde nur die logische Fortführung der Art der amerikanischen Kriegsführung im Irak und in Afghanistan, wo die Bomber aus 10 bis 15 Kilometer Höhe, praktisch außerhalb der Reichweite der Flugabwehr, ihre tödliche Fracht abgeworfen haben.

Allerdings dürfte es sich bei dieser Waffe als noch schwieriger erweisen, eine Einhaltung der Genfer Konventionen, die den unbedingten Schutz von Zivilisten fordern, zu argumentieren.

Während das Hyperschallflugzeug sicherlich noch mehrere grundlegende Entwicklungen erfordert, ist die "Bombardierung aus dem All" heute schon größtenteils eine Geldfrage. Nur die Zielgenauigkeit könnte noch ein Problem darstellen, angesichts der großen Sprengkraft verliert dies aber auch wieder etwas an Relevanz. Der in dem DARPA-Papier genannte Preis pro Abschuß dieser Waffe würde sie im Vergleich zu Cruise Missiles, die einen Stückpreis von 1 Million US-Dollar haben, im Hinblick auf die ungleich größere Zerstörung sogar kostengünstig machen.

Außerdem dürfte eine Verteidigung gegen eine solche Waffe sehr schwierig werden, ein noch größeres Ausmaß der Zerstörungen wäre durch die Erhöhung des Gewichts relativ einfach möglich und es gäbe keine Gefahren durch Radioaktivität bei der Handhabung der Waffe oder bei der nachfolgenden Besetzung des bombardierten Gebietes für die Soldaten.

Von einem militärischen Standpunkt aus also sicherlich eine sehr "reizvolle" Waffe. Zumindest, wenn man die Bilder der Zerstörungen in Hiroshima, Dresden oder Coventry aus dem Gedächtnis verbannt hat.




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