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Bier nein, Wein ist fein
12.07.2003









Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat einer AP-Meldung zufolge in der Stadt eine heftige Diskussion über Snobismus und Klassenunterschiede ausgelöst.

Am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, wurden Menschen, die an einer Benefizveranstaltung am Rockaway Beach in Brooklyn teilnahmen, von der Polizei vertrieben, weil sie Bier tranken.

New Yorker Gesetze verbieten Alkohol in Parks und an Stränden.

Ein paar Tage später fand in den Central und Prospect Parks ein kostenloses Konzert der New Yorker Philharmoniker statt. Hierbei wurde auch Wein getrunken, ohne daß die Polizei auch nur eine einzelne Vorladung ausschrieb.

Am nächsten Tag erschien auf der Titelseite der Daily News ein Photo von Bloomberg, auf dem gezeigt wurde, wie er bei dem Konzert Wein trank.

Bloomberg stellte sich daraufhin auf den Standpunkt, daß das Durchsetzen des Verbots im Ermessen der jeweiligen Polizisten läge und daß sich die Zuhörer im Park "benommen" hätten. Außerdem seien Menschen, die sich am Strand betränken, wesentlich gefährdeter. "Ich habe noch nie davon gehört, daß jemand in einer Tuba ertrunken ist", sagte er.

Der Parkbeauftragte der Stadt, Adrian Benepe, sagte, es gäbe eine vier Jahrzehnte lange Tradition, bei den Konzerten im Park Wein zu trinken.

Viele New Yorker sehen das anders. Dem Milliardär Bloomberg war schon vorher vorgeworfen worden, daß er sich nicht in die Bürger und ihre Probleme hineinversetzen könne.

Doug Muzzio, ein Politikprofessor, sagte: "Offensichtlich gibt es Vorurteile gegenüber Gesellschaftsschichten. Bloomberg ist aus der Chablis und Brie-Ecke, nicht aus der Bier und Burger-Ecke."

Dieser Fall zeigt einmal mehr, daß Klassenunterschiede immer offener gelebt werden und Gesetze "für die anderen" gelten.




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