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Keine Entschädigung für Nazi-Massaker
26.06.2003









Wie Reuters am Donnerstag berichtete hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe in einem Urteil beschlossen, daß Deutschland nicht zur Zahlung von Entschädigungen für ein Massaker der SS im griechischen Distomo verpflichtet ist.

Am 10. Juni 1944 tötete die Waffen-SS als Racheaktion für einen Partisanenangriff mindestens 218 Zivilisten. Überlebende berichteten, daß die SS-Truppen während des zwei Stunden dauernden Massakers von Tür zu Tür gingen und Augen ausgestochen, Brüste abgeschnitten und Menschen an ihren Gedärmen aufgehängt haben. Babys wurden aufgeschlitzt, einer Schwangeren das Embryo aus dem Leib gerissen und der Toten anschließend in den Arm gelegt.

Der Vorsitzende Richter Eberhard Rinne sagte "Dieses Massaker ist eines der abscheulichsten Verbrechen des Zweiten Weltkriegs", fügte aber hinzu "Moral oder humanitäre Aspekte können keine Rolle spielen, da der Fall nur mit den beschränkten Mitteln des Rechts behandelt werden muß."

Es gäbe weder im Völkerrecht noch im deutschen Recht ein Gesetz, daß einen Schadensersatzanspruch einzelner Opfer vorsehe, dies stehe nur Staaten zu.

Der oberste Gerichtshof Griechenlands hatte den Hinterbliebenen eine Entschädigung von 25 Millionen Euro zugesprochen, dies wurde von der Bundesregierung aber abgelehnt, vermutlich, weil befürchtet wird, daß andernfalls zahlreiche weitere Forderungen aufgrund ähnlicher Vorfälle gestellt werden würden, deshalb prozessierten sie jetzt vor einem deutschen Gericht.

Die Urteilsbegründung mag rein juristisch korrekt sein und die Bundesregierung wird - gerade auch angesichts der katastrophalen Haushaltslage - sicherlich auch erfreut sein, menschlich ist das Urteil aber ein Schlag ins Gesicht der Hinterbliebenen.




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