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Polizeistation in Fallujah eingerissen
08.06.2003







Wie der Guardian berichtet, haben Iraker in Fallujah aus Protest gegen die Anwesenheit der Amerikaner eine Polizeistation abgerissen.

Die mit diversem Werkzeug ausgerüsteten Männer hatten angefangen, Fenster und Türen auszubauen um schließlich die Mauern des Gebäudes einzureißen.

Die al-Tawhid Polizeistation war zwar schon in den ersten Tagen nach dem Krieg geplündert worden, war aber trotzdem vom US-Militär als Operationsbasis in Fallujah benutzt worden und sollte als in Zukunft als Vollzeitbasis genutzt werden.

Seit den Massakern an irakischen Demonstranten ist die Stimmung in der Stadt sehr amerikafeindlich. Seit dem ist es zu etlichen Angriffen auf amerikanische Soldaten gekommen, bei denen mehrere getötet und eine größere Zahl verwundet wurden.

Der letzte schwere Vorfall dieser Art ereignete sich am Donnerstag, als 1 Soldat getötet und 5 Soldaten verletzt wurden als sie vor der Polizeistation mit einer Panzerfaust angegriffen wurden.

"Der Angriff war eine Warnung an die Amerikaner" sagte Arkan Habib (32). "Wir haben ihnen mehr als einmal gesagt, daß dies ein Wohngebiet ist und wir sie hier nicht wollen. Wir haben die Wände zerstört, wir haben die Fenster genommen und jetzt werden wir das ganze Gebäude zerstören. Wir säubern den Ort von Amerikanern."

Amerikanische Generäle erklären die Vorfälle mit Überbleibseln der Baath-Partei Saddam Husseins und seinen Anhängern. Viele in der vor der Polizeistation versammelten Menge bestritten dies aber. Sie hätten sich über den Fall Husseins gefreut, seien aber durch die andauernde Anwesenheit des US-Militärs in der Stadt verärgert.

"Wir sind keine Anhänger Saddams. Er war ein Diktator und ein Tyrann. Jetzt ist er weg, aber die Amerikaner verhalten sich selbst wie Diktatoren" sagte Mezher al-Jumeili.

Die Truppenpräsenz wurde in Fallujah in den letzten Tagen von 300 auf über 1.500 mehr als verfünffacht um gegen den Widerstand vorzugehen.

Nach dem Angriff am Donnerstag wurden die der Polizeistation gegenüberliegenden Häuser durchsucht, währenddessen die Bewohner aufgefordert waren, die Häuser zu verlassen. Am Freitag zeigte Khamis Yassin (35), der in einem der Häuser mit seiner Familie wohnt, aufgebrochene Schlösser, abgebrochene Türgriffe und eingeschlagene Schranktüren.

"Wir hatten keine Waffen im Haus, wir hatten gar nichts" sagte er. "Die Soldaten sprachen kein arabisch und hatten auch keinen Übersetzer. Wir konnten nichts sagen um sie aufzuhalten. Wir denken, sie sollten unsere Stadt jetzt verlassen. Sie haben für uns gar nichts erreicht."







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