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Wachsende Spannungen in Korea
02.06.2003







Die Spannungen um das Atomwaffenprogramm Nordkoreas steigen weiter an.

Die südkoreanische Marine feuerte am Sonntag eine Reihe von Warnschüssen auf nordkoreanische Fischerboote, die in südkoreanische Gewässer bei der Insel Yeonpyeong eingedrungen waren.

In den letzten Jahren ist es schon zwei Mal zu ernsthaften Auseinandersetzungen aufgrund ähnlicher Vorfälle gekommen. Im Juni 1999 starben 30 Nordkoreaner bei einer Auseinandersetzung über die reichen Fischgründe entlang der nördlichen Begrenzungslinie, im Juni 2002 starben 6 südkoreanische Soldaten und ein Patrouillenboot wurde versenkt.

Währenddessen lehnte US-Präsident Bush einen neuen Verhandlungsvorschlag Nordkoreas ab. Neben einer größeren Verhandlung, die auch andere Länder wie China und Japan einschloß, wollte man auch direkte Unterredungen nur mit Washington führen. Dies wurde von Bush abgelehnt.

Bush lehnte damit erneut eine Forderung Nordkoreas nach direkten Gesprächen mit Washington ab und bleibt seinem harten Kurs treu.

Letzte Woche hatte sich der Tonfall Nordkoreas weiter verschärft. Eine ganze Reihe von Warnungen wurde an Südkorea und Japan gemacht, die USA in ihren Bemühungen um Sanktionen gegen Nordkorea zu unterstützen.

Die Verhängung von Sanktionen gegen Nordkorea war von dem Land schon vor Monaten als Kriegserklärung bezeichnet worden, auf die "mit allen Mitteln" geantwortet werden würde, trotzdem verstärkt Amerika den Druck auf die umliegenden Länder, Nordkorea nicht weiter zu unterstützen.

Der US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz drängte Nordkorea bei einer Rede vor südkoreanischen Geschäftsleuten, ihr Nuklearprogramm aufzugeben und sich den Forderungen der USA zu beugen.

Er forderte das Land auf, seine Militärausgaben zurückzufahren und statt dessen für seine Bevölkerung aufzuwenden. Er machte klar, daß die USA bereit waren, zu reagieren, falls Nordkorea nicht gewillt sein sollte, diesen Weg zu gehen.

"Unsere Antwort auf eine Aggression wird vereint, unverzüglich und verheerend sein", sagte Wolfowitz.

Derweil versucht Südkorea, die Lage etwas zu entspannen und kündigte die Hilfslieferung von 400.000 Tonnen Reis an Nordkorea an, um die Lebensmittelknappheit im Norden zu lindern. Offiziell handelt es sich zwar um einen Verkauf, die Zahlungsbedingungen machen es aber eher zu einer Spende: die Bezahlung wird über einen Zeitraum von 20 Jahren verteilt und das bei einem Zinssatz von 1 Prozent.

Angesichts der kaum vorhandenen Bereitschaft der USA, Nordkorea auch nur bei den Rahmenbedingungen der Verhandlungen entgegenzukommen, scheint es nicht sehr wahrscheinlich, daß die Länder hinsichtlich des Verhandlungsthemas, des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms, zu einer Einigung kommen werden.

Nordkorea hat mehrfach betont, daß es in einem Krieg "alle Mittel" einsetzen würde, die ihm zur Verfügung stehen, ein klarer Verweis auf die Atomwaffen des Landes. Offenbar besitzt Nordkorea auch die Technologie, zumindest die Westküste der USA zu treffen. Eine bei einem Test abgefeuerte Rakete ging in Alaska nieder und wurde dort Anfang März diesen Jahres gefunden.







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