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USA denken über Erstschlag gegen Nordkorea nach
04.06.2003







Die Wahrscheinlichkeit, daß doch mehr hinter den amerikanischen Truppenverlagerungen in Südkorea steckt, als die ursprünglich verbreitete Version, man brauche nur eine neue Basis, wächst derzeit.

Der US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz sprach bei seiner Asienreise in Tokyo ziemlich klare Worte.

Er sei zwar weiterhin der Politik der Abschreckung verpflichtet, der Krieg im Irak habe die USA aber von der Effektivität der neuen amerikanischen Kriegsführung überzeugt. Er fügte hinzu, daß die Truppenverlegung nicht warten sollte, bis die Frage der nordkoreanischen Atomwaffen gelöst sei. "Nordkorea hat zwar einige asymmetrische Vorteile, die USA haben aber auch bemerkenswerte militärische Fähigkeiten, wie sie in Militäroperationen in Afghanistan und Irak bewiesen haben."

Durch die geplante Verlegung der US-Soldaten von der Grenze zu Nordkorea ins Landesinnere würde es den USA erleichtert, Erstschläge gegen nordkoreanische Ziele zu führen, da sie dort außerhalb der Reichweite der nordkoreanischen Artillerie sind.

Der Vergleich mit den Kriegen in Afghanistan und Irak ist zumindest gewagt. Afghanistan hatte kaum eine wirkliche Armee, geschweige denn eine Ausrüstung, die als modern zu bezeichnen wäre.

Der Irak war den amerikanischen Luftschlägen offensichtlich wehrlos ausgeliefert, im ganzen Krieg ist nicht ein irakisches Kampfflugzeug gestartet. Außerdem wurden hohe Militärs durch die USA bestochen, ihren Verbänden zu befehlen nicht zu kämpfen.

Nordkorea ist ein anderer Gegner. Geschätzte Zahlen sprechen von circa 1.000.000 Soldaten, 7.000 Panzern und gepanzerten Fahrzeugen und 700 Kampfflugzeugen. Über 30 Prozent des Bruttosozialprodukts des Landes werden für das Militär aufgewendet.
Die New York Times sprach mit einem hohen Pentagon-Mitarbeiter: "Wir können das nordkoreanische Arsenal an der demilitarisierten Zone nicht kompensieren, aber wir könnten von der ersten Minute des Krieges daran arbeiten, es zu zerstören. Das würde amerikanische Leben retten - und die Abschreckung erhöhen".


Bleibt zu hoffen, daß die NYT sich hier irrt und der Pentagon-Mitarbeiter eine doch nicht so hohe Position einnimmt oder sich das zumindest in nächster Zeit ändert. Die Zerstörung der Kriegsmittel des Gegners als neue, erfolgversprechende Strategie anzusehen läßt jedenfalls Zweifel an den Fähigkeiten des "hohen Mitarbeiters" aufkommen.







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