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Nachrichten, die man nicht überall findet.




Farbige zu vermieten
02.06.2003







Auf der Website www.rent-a-negro.com kann man die 31-jährige damali ayo (die Schreibweise ist von ihr beabsichtigt) für diverse Anlässe mieten.

Die Website der Künstlerin ist in dem "klassischen" Design unzähliger anderer Internetseiten gehalten, die den Besuchern alles mögliche von pflanzlichem Viagra bis billigen Krediten verkaufen wollen.

Die Seite fragt: "Wir allen gehen von Zeit zu Zeit ausländisch essen, warum also nicht das eigene Haus oder das Büro etwas aufpeppen?"

Auch Zitate von "zufriedenen Kunden" fehlen dabei nicht:

"Ich habe sie meiner Mutter vorgestellt - Familiengespräche sind seit dem nie wieder langweilig gewesen!" M.J., Lehrer

"Sie macht mein Leben interessant!" H.L., Künstler

"Ich hab sie zum Mittagessen im Country-Club mitgebracht... alle Köpfe haben sich gedreht!" T.M., Geschäftsführer

Und all das zu einem wirklich günstigen Preis. Firmen steht sie schon ab 350 US-Dollar pro Stunde zur Verfügung, um bei einer Präsentation, Feier oder bei einem anderen Ereignis eine Farbige Besucherin zu haben, um so zu zeigen, daß sie "dazugehören".

Da es, zwar nicht mehr möglich ist, Farbige zu kaufen, der Bedarf nach ihnen - wenn auch zu anderen Zwecken - aber immer noch besteht, ist das Mieten einer Farbigen eine gute Lösung für das Problem, so die Website.

Extraleistungen wie das Anfassen ihrer Haare, das Vergleichen der eigenen Hautfarbe mit ihrer oder Tanzstunden für "rhythmisch Behinderte" sind natürlich gesondert zu bezahlen.

Bei der am 20. April online gegangenen Site handelt es sich natürlich um eine Satire.

Ayo war es nach eigenen Angaben satt, ständig mit Fragen wie "Werden auch schwarze Menschen braun?", "Darf ich Ihre Haare anfassen?" oder "Waren Ihre Vorfahren Sklaven? Meine waren nämlich Sklaveneigentümer." konfrontiert zu werden.

Sie lebt in Portland, der Stadt in den USA mit dem höchsten Anteil Weißer im ganzen Land. Diese Erfahrung habe sie auf ihre auf der Website beworbene Aufgabe als Farbige vorbereitet, so ayo.

Nicht alle Besucher der Website scheinen den satirischen Charakter der Aktion zu verstehen, so habe sie schon dutzende ernstgemeinte Anfragen nach ihren "Diensten" erhalten und mehrere Websites von Gruppen rassistischer Weißer verlinken auf ihre Seite, weil sie anscheinend der Meinung sind, sie würde deren Ziele unterstützen, erzählt ayo.

Diese Leute scheint es auch nicht zu irritieren, daß auf der Website eine "rückwirkende Rechnungsstellung" angekündigt wird. Wer vor dem 1. Juni 2003 eine der angebotenen Dienstleistungen erhalten habe, könne nun hierfür eine Rechnung erhalten. Desweiteren wird ein Rabatt angeboten. Wer sich die Rechnung selbst ausstellt und den Betrag an ayo überweist, dürfe 5 Prozent von der Summe abziehen.







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