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Sharia in Pakistan
02.06.2003







(AP) Eine an Afghanistan angrenzende pakistanische Provinz hat ein Gesetz verabschiedet, daß die Einführung der Sharia (Gesetze gemäß dem Koran) vorsieht.

Mit dem Gesetz hat die Koalition aus sechs Parteien ihr größtes Wahlversprechen eingelöst. Es muß zwar noch von dem Gouverneur Sayed Iftikhar Hussain Shah unterzeichnet werden, dies wird aber als reine Formalität betrachtet.

So sehr das Gesetz unter den Moslems der Provinz Jubel auslöst, so sehr dürfte es in den USA Verärgerung auslösen. Das Gesetz schafft die Rechtsgrundlage für die gleiche Anwendung von Gesetzen wie im Afghanistan der Taliban.

Darüberhinaus dürfte die Stellung der USA in dieser Provinz insgesamt geschwächt werden, da gerade auch die amerikanischen Soldaten in vielen Punkten nicht den Vorstellungen der Sharia genügen, seien es weibliche Soldaten, die zuviel Haut zeigen oder die Tatsache, daß es sich allgemein größtenteils um "Ungläubige" handelt.

Schon vor der Verabschiedung des Gesetzes hatte man begonnen, gegen den "Verfall der Sitten" vorzugehen, so wurden beispielsweise mehrere Kinos geschlossen.

Noch diese Woche soll ein weiteres Gesetz eingebracht werden, der ein zweites Rechtssystem einführen soll, das unabhängig von anderen Gerichten agieren würde.

Die pakistanische Regierung könnte zwar gegen das Gesetz vorgehen, wenn es gegen Bundesgesetze verstößt, die Provinzregierungen haben aber großen Spielraum bei dem Erlaß eigener Gesetze.

Der pakistanische Informationsminister Sheikh Rashid Ahmed sagte, das Gesetz werde derzeit geprüft, ob es gegen Bundesgesetze verstoße.







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