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Experten bezweifeln irakische "Biowaffenlastwagen"
08.06.2003







Einem Bericht der New York Times zufolge zweifeln amerikanische und britische Experten die Behauptung der USA an, daß es sich bei den gefundenen Lastwagenanhängern um transportable Labors zur Herstellung von Biowaffen handelt.

Drei Teams haben die Anhänger untersucht. Während die ersten beiden Teams sich in der Einschätzung, daß sie vermutlich zur Herstellung von biologischen Kampfstoffen dienten, einig waren, sind mehrere Mitglieder des dritten, aus erfahreneren Analysten bestehenden, Teams, anderer Ansicht.

"Ich bin nicht sehr zuversichtlich, daß es sich um einen Fermenter handelt" sagte ein Analyst mit einer langjährigen Erfahrung mit unkonventionellen Waffen im Hinblick auf einen Tank, der zur Vermehrung von Bakterien gedient haben soll.

Ein anderer Experte sagte über den Tank: "Er ist nicht gebaut und geplant wie ein Fermenter. Sicher, wenn man ihn entsprechend umbaut, könnte man ihn benutzen. Aber das trifft auf jede Blechdose zu."

Über den veröffentlichen Bericht der US-Regierung sagte er es "war eine überstürzte Arbeit und sieht politisch aus."

Skeptiker nennen drei Fehler, in der Argumentation des CIA-Berichts, der die Herstellung von Biowaffen als einzigen logischen Verwendungszweck der Anhänger bezeichnet.

Erstens haben die Anhänger keine Vorrichtung zur Dampfsterilisation. Dadurch müßte eine Reinigung durch Chemilalien erfolgt sein, was eine nachfolgende Spülung mit großen Mengen sterilem Wassers nach sich ziehen würde, ein Vorgang, der bei dem von der CIA vorgestellten Einsatzort in der offenen Wüste sehr unpraktikabel erscheint.

William C. Patrick III, ein hoher Beamter in dem von Washington 1969 aufgelösten Biowaffenprogramms (siehe auch: "USA finden vergrabene Massenvernichtungswaffen") sagte der NYT gegenüber, daß er aufgrund der fehlenden Dampfsterilisation Zweifel an der Theorie der Biowaffenlabors hege, die er ursprünglich unterstützt hatte.

"Das ist ein großer Minuspunkt" sagte er. "Ich weiß nicht, wie diese Tanks chemisch gereingt worden sein sollen."

Zweitens hätte jede Einheit nur kleine Mengen einer bakterienreichen Flüssigkeit produzieren können, die an einem anderen Ort hätten weiterverarbeitet werden müssen.

Drittens gab es laut den Experten keinen einfachen Weg, die Bakterien am Ende der Produktion aus dem Tank zu entfernen.

Irakische Wissenschaftler sagen, die Anhänger hätten zur Herstellung von Wasserstoff für Wetterballons gedient, eine Behauptung, die einige Analysten jetzt für "möglicherweise glaubwürdig" halten.

Andere Experten hielten an der ursprünglichen Darstellung festen und lieferten mögliche Erklärungen. So könnte beispielsweise das Ablassen der Flüssigkeit mit den Bakterien dadurch beschleunigt worden sein, daß ein Kompressor angeschlossen wurde, der den Luftdruck innerhalb des Tanks erhöhte.







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