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Unterschiedliche Maßstäbe
21.06.2003









Ein Rechtssystem muß Prioritäten setzen. Und manchmal werden diese Prioritäten angesichts aktueller Meldungen besonders gut sichtbar. Dann zeigt sich, ob die Menschenwürde oder andere gesellschaftliche Normen höher gewertet werden.

Die 34-jährige Tanya Hadden, eine ehemalige Lehrerin, wurde von einem kalifornischen Gericht zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie mit einem 15-jährigen Schüler geschlafen hatte. Die Strafe fiel so "niedrig" aus, weil sie sich schuldig bekannt hatte, andernfalls hätten ihr acht Jahre Gefängnis gedroht. Sie muß sich als Sexualstraftäterin registrieren und darf nicht mehr unterrichten.

Zuvor war sie bereits von einem Gericht in Nevada (der Vorfall fand in Las Vegas statt) zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden, die sie im Rahmen der Untersuchungshaft abgesessen hatte.

Da ihr Wohnsitz und die Schule des 15-jährigen in Kalifornien lagen, konnte sie hier erneut verurteilt werden.

Die Produzenten der "Bumfights"-Videos, Ryan McPherson (19), Zachary Bubeck (25) und Daniel Tanner (21) sind zu Geldstrafen in Höhe von 500 US-Dollar und 280 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden.

Für die Videos, von denen über 300.000 Exemplare zu einem Preis von jeweils 19,95 US-Dollar verkauft worden sind, hatten sie obdachlose Männer und Frauen mit Alkohol, Lebensmitteln und kleinen Geldbeträgen dazu gebracht, sich vor laufender Kamera gegenseitig zu verprügeln, sich Zähne auszureißen und gegen Türen zu rennen.

Zwei der gefilmten Männer, Rufus Hannah und Donald Brennan, haben eine Schadensersatzklage eingereicht, die im November verhandelt werden soll. Brennan trägt eine Tätowierung mit dem Text "Bumfight" auf der Stirn.

Abseits der verhängten Strafen läßt sich natürlich auch die Frage stellen, warum die Videos in eine derart hohe Anzahl Abnehmer gefunden haben.

Die Argumentation, die Obdachlosen hätten freiwillig gehandelt dürfte sich angesichts der Notlage, in der sie sich befanden und im Hinblick auf die "Bezahlung" kaum halten lassen und wenn doch, bliebe noch die Frage offen, warum dies dann nicht auch für einen 15-jährigen gilt.

Noch ein abschließender Hinweis, um keine falschen Vermutungen aufkommen zu lassen: Dieser Text soll ganz sicher nicht den Sex mit Kindern verharmlosen oder gutheißen. Ein 15-jähriger ist aber - aus eigener Erfahrung - alles andere als ein "asexuelles Wesen". Eine Umfrage hat beispielsweise ergeben, daß 18 Prozent der Jungen im Alter von 14 Jahren ihr "erstes Mal" schon hinter sich haben.

Die Tatsache, daß ein Artikel, der mit diesem Thema kritisch umgeht, praktisch gezwungen ist, einen derartigen "Disclaimer" anzufügen, zeigt, wie einseitig die Gewichtung bei diesem Thema auch hierzulande ist.








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