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Neues Klimamodell sagt höhere Erderwärmung voraus
22.05.2003







Zum ersten Mal haben Wissenschaftler eine Anzahl menschlicher und natürlicher Faktoren in ein Klimamodell eingebracht. Sie sagen voraus, daß der Anstieg des Kohlendioxids in der Atmosphäre, hervorgerufen durch Veränderungen im Kohlenstoffkreislauf, kombiniert mit dem Rückgang von Menschen produzierter Sulfate, im Vergleich mit Modellen, die diese Faktoren nicht enthalten, eine beschleunigte Erderwärmung im 21. Jahrhundert bewirken werden.

Die Ergebnisse der von Chris D. Jones und Kollegen am Met Office's Hadley Centre for Climate Prediction and Research in Bracknell, Großbritannien erstellten Studie erscheinen in der von der American Geophysical Union herausgegebenen Zeitschrift Geophysical Research Letters.

Schon frühere Untersuchungen haben belegt, daß menschliche Tätigkeiten, wie die Emission von Kohlendioxid und Sulfaten als auch natürliche Faktoren, wie änderungen in der Sonnenaktivität, Emissionen von Vulkanausbrüchen und Wechselwirkungen zwischen dem Klima und dem Kohlenstoffkreislauf wichtige Mechanismen darstellen, die eine Klimaänderung hervorzurufen. Trotzdem wurden all diese Faktoren bisher nie in einem einzelnen Klimaexperiment vereint.

Das von Jones und seinen Kollegen fertiggestellte Klima-Kohlenstoffkreislauf-Experiment ist das erste, das einen die Erdsysteme übergreifenderen Ansatz für ein Klimamodell nutzt. Dieses "alle-Kräfte-Experiment" (ALL) schließt Kohlendioxidemissionen, andere Treibhausgase, von Menschen verursachte Sulfataerosole, die Reflektion des Sonneneinstrahlung durch Sulfate in der Atmosphäre (den "Albedo-Effekt"), atmosphärische Ozonkonzentrationen, die Stärke der Sonnenstrahlung, die Auswirkungen von Vulkanausbrüchen und Rückwirkungen im Klima-Kohlenstoffkreislauf ein.

Unstimmigkeiten zwischen den gemessenen Temperaturen im 20. Jahrhundert und Klimasimulationen, die nur eine beschränkte Anzahl dieser Faktoren einschließen haben verhindert, daß diese Modelle eine zuverlässige Prognose zukünftiger Klimaveränderungen machen konnten. Das ALL-Modell hingegen konnte die im 20. Jahrhundert gemessenen Temperaturen nachvollziehen, was die Wichtigkeit unterstreicht, eine große Anzahl von Faktoren in Klimavoraussagemodellen einzuschließen. Auch der von ALL simulierte Anstieg von Kohlendioxid kommt den gemessenen näher als bei früheren Modellen. Die Forscher sagen, daß dies zeige, daß noch andere Mechanismen als nur direkte durch Menschen verursachte Kohlendioxidemissionen zu der aktuellen Entwicklung beitragen. Jones und seine Kollegen konnten auch die geschätzten Zahlen des weltweit in den Ozeanen und an Land gebundenen Kohlenstoffs nachbilden.

Im Hinblick auf zukünftige Klimaveränderungen zeigt ALL, daß die vorausgesagte Redizierung dem menschlichen Sulfatemissionen eine Verminderung des Abkühlungseffektes des Sulfate in der Atmosphäre haben wird, also zu einer Erwärmung führt. Das Modell sagt voraus, daß die resultierende Erwärmungzu einer erhöhten Bodenatmung führen wird, daß heißt, das ein wachsender Anteil des im 20. Jahrhundert im Boden gespeicherten Kohlenstoffs in die Atmosphäre gelangen wird, was zu einem schnelleren Anstieg der Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre führen wird. Zum Ende des 21. Jahrhunderts, so die Autoren, werden der Anstieg der Kohlendioxids und die Abnahme der Sulfate zu einer deutlich höheren Erderwärmung von 5,5 Grad Celsius führen, verglichen mit 4 Grad Celsius in Modellen, die diese Faktoren nicht berücksichtigen.






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