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Protestschreiben Frankreichs an die USA






Die Washington Times berichtete am Donnerstag, daß der französische Botschafter Jean-David Levitte ein Protestschreiben an die amerikanische Regierung und Mitglieder des US-Kongresses senden wird.

In dem Brief beschwert sich Frankreich über die seiner Darstellung nach verleumderischen Presseberichte in amerikanischen Medien der letzten Monate.

Französische Beamte sagten, die Meldungen wären alle Teil einer "hässlichen Kampagne, um das Image Frankreichs zu zerstören" und seien zweifellos von Teilen der Regierung selbst verbreitet worden, wobei innerhalb des Pentagon arbeitende oder ihm nahestehende Personen als Hauptverdächtige angesehen werden. Außerdem gäbe es seitens des Weißen Hauses keinerlei Anstrengungen, die Schuldigen zu bestrafen oder auch nur zu suchen.

Obwohl in den letzten Wochen seitens Frankreichs versucht worden ist, die Wogen zwischen Paris und Washington, die durch die konträren Einstellungen hinsichtlich des Irakkriegs ausgelöst worden waren, zu glätten, zeigt der Brief, wie groß der Bruch zwischen den beiden Ländern geworden ist.

Ein hoher amerikanischer Regierungsbeamter bezeichnete die Vorwürfe als "völligen Unsinn".

Dem Brief ist eine zweiseitige Liste von Medienmeldungen aufgeführt, die nach Ansicht Frankreichs Teil der Verleumdungskampagne waren.

Im September 2002 berichtete die New York Times, daß Frankreich und Deutschland hätten den Irak mit Hochpräzisionsschaltern für die Zünder von Atomwaffen beliefert. Ein darauf folgendes Dementi besagte, daß die Schalter als "Ersatzteile" für medizinische Geräte bestellt worden waren, aufgrund eines Einschreitens französischer Behörden aber nie ausgeliefert worden waren.

Im November zitierte die Washington Post eine "amerikanische Geheimdienstquelle", die sagte, daß Frankreich verbotene Pockenvirenstämme besäße. Die französische Botschaft bestritt dies scharf und sagte, man halte sich streng an die Beschränkungen der WHO als auch an eigene, solche Substanzen betreffend.

Im März zitierte die Washington Times eine "US-Geheimdienstquelle", die besagte, daß zwei französische Firmen Ersatzteile für Flugzeuge und Hubschrauber an den Irak geliefert hatten. Am nächsten Tag wurde dies von den zwei im Bericht genannten Firmen wie auch von der Botschaft zurückgewiesen.

Im April wurden Geschichten über Verkäufe von Chemikalien für Langstreckenraketen, gepanzerte Fahrzeuge, Radarausrüstung und Ersatzteile für Kampfflugzeuge veröffentlicht und bestritten.

Der schwerste Vorwurf kam allerdings am 6. Mai, als die Washington Times schrieb, daß Frankreich irakischen Führern bei der Flucht nach Europa geholfen habe, indem ihnen französische Pässe zur Verfügung gestellt wurden. Auch hier berief sich die Zeitung wieder auf eine "amerikanische Geheimdienstquelle". Der Artikel fuhr fort, daß Beamte des Pentagons, des Außenministeriums und des Weißen Hauses durch diese Handlung Frankreichs sehr verärgert seien.

Botschafter Levitte sprach umgehend mit den Weißen Haus, wo man ihm versicherte, daß die Geschichte nicht den Tatsachen entsprach und die französische Botschaft bestritt die Vorwürfe kategorisch.

Beschwerden Frankreichs führten dazu, daß der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, sagte "Wir haben keine Informationen, die darauf hindeuten, daß die Franzosen Pässe oder Visa an irakische Beamte ausgestellt hätten... Wir haben nichts, das die Annahme stützen würde."

Am nächsten Tag allerdings sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld "Frankreich hat historisch eine sehr enge Beziehung zum Irak. Meinen Informationen nach war dies bis zum Ausbruch des Krieges so. Was danach passierte, werden wir herausfinden."






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