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Al-Jazeera-Chef nicht entlassen
27.05.2003







Entgegen einem Bericht der Netzeitung wurde der Vorstandsvorsitzende von Al-Jazeera, Mohammed Jassem al-Ali, der zugrundeliegenden Reuters-Meldung zufolge nicht entlassen. Und erst recht nicht wegen Kollaboration.

Die englische Sunday Times hatte berichtet, es wären von Ahmed Chalabi Dokumente präsentiert worden, die eine enge Zusammenarbeit einiger Al-Jazeera-Mitarbeiter mit der Regierung Saddam Hussein und dem damaligen irakischen Geheimdienst belegen würden.

Der Sprecher Al-Jazeeras, Jihad Ballout, sagte am Dienstag, daß der bisherige Vorstandsvorsitzende seinen Posten aufgeben wird, aber weiterhin Mitglied des Vorstand des Senders bleiben wird.

Der Sprecher betonte gegenüber Reuters, daß es mehrere Gründe für einen Wechsel des Vorstandsvorsitzenden gäbe und daß die Tatsache, daß Jassem al-Ali Mitglied des Vorstandes bleiben wird, belege, daß die Gerüchte und Beschuldigungen nicht ernstzunehmen seien.

Dies ist ein weiterer Fall, in dem Dokumente entdeckt worden sein sollen, die zufälligerweise genau die Personen oder Organisationen der Zusammenarbeit mit früheren irakischen Regierungsstellen beschuldigen, die sich durch ihre öffentliche Meinung als am unbequemsten erwiesen hatten.

Ein weiter Fall ist beispielsweise George Galloway, dem im britischen Daily Telegraph, ebenfalls anhand gefundener "Dokumente" vorgeworfen wurde, seine Antikriegseinstellung würde aus Zahlungen des irakischen Regimes herrühren.

Selbstverständlich ist es nicht ausgeschlossen, daß Mitarbeiter Al-Jazeeras Beziehungen zum irakischen Geheimdienst unterhalten haben - angesichts der sehr einseitigen Berichterstattung der USA ein Vorwurf, der auch dort (mit den jeweiligen Geheimdiensten) zumindest naheliegt - allerdings läßt diese Konstellation zumindest Zweifel aufkommen.

Der von den USA protegierte Ahmed Chalabi gelangt also in den Besitz von Dokumenten, die beweisen, daß die Berichterstattung Al-Jazeeras im Endeffekt wertlos, da vom irakischen Geheimdienst (und wer weiß, von wem sonst noch alles) manipuliert wurde. Der gleiche Sender, dessen Büros in Kabul und Baghdad "versehentlich" von amerikanischen Raketen getroffen worden sind.






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