www.Freace.de


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Barzahlung löst Terrorismusbericht aus

Dave Addis

http://home.hamptonroads.com/stories/print.cfm?story=53519&ran=26371





Normalerweise, wenn jemand sagt "Dein Geld nützt hier nichts", ist das nett. Es beudeutet, daß der Barkeeper einen Drink spendiert oder daß ein Freund oder Geschäftspartner die Restaurantrechnung übernimmt.

Journalisten hören den Satz selten und noch seltener sagen sie ihn selbst. Barkeeper wissen, daß wir immer abgebrannt sind, und wenn man sehen will, wie sich eine Horde Zeutungsreporter in Nichts auflöst, braucht man nur eine Essensrechnung auf ihren Tisch legen. Das ist, als würde man mit einem Kreuz vor Dracula rumfuchteln.

Und eine höflich formulierte Variante von "Dein Geld nützt hier nichts" haben wir vor ein paar Tagen per Post von den Leuten vom Saks-Kaufhaus bekommen.

In dem Brief stand, daß ab sofort Barzahlungen bei Beträgen über 350 US-Dollar in den Kaufhäusern nicht mehr möglich seien. Schecks und Kreditkarten und alles mögliche sind in Ordnung, aber keine Bezahlung mit Scheinen oder Münzen über 350 US-Dollar pro Monat.

Nach Aussage von Saks ist dieses Vorgehen durch neue Getzesregelungen nötig geworden. Das machte uns neugierig, denn kein anderes Unternehmen hat uns von so einer Vorgehensweise unterrichtet. Und, soweit wir wissen, steht auf den Banknoten auch immer noch "Gültig für alle Zahlungen, öffentlich und privat."

Ein Anruf bei der Hotline brachte nur eine dieser elend langen Tonbandaufnahmen, in der der Kerl praktisch das gleiche sagte wie der Brief.

Am Ende der Aufnahme kam eine Ansage, man solle "1 drücken" wenn man mit einem Menschen darüber sprechen möchte. Als ich das tat, kam eine Ansage, momentan stünden keine Mitarbeiter zur Verfügung und ich solle doch bitte während der normalen Geschäftszeiten noch einmal anrufen. Da es zu dem Zeitpunkt 10 Uhr vormittags war, bin ich jetzt über deren Definition von "normal" ebenso verwirrt wie über deren Bargeldpolitik.

Meine Vermutung ist, daß sich Saks auf den US Patriot Act bezieht, der fordert, daß jedes Unternehmen, das von einem Kunden 2.000 US-Dollar oder mehr in bar bekommt, einen "Verdächtige Aktivität Bericht" an das Finanzministerium schreiben muß wenn es den Kunden verdächtigt, eventuell in illegale Aktivitäten verwickelt zu sein.

Die Definitionen von "verdächtig" und "illegal" sind dabei unglaublich unscharf. Das Unternehmen muß auch eine Mitteilung schreiben, wenn man mehrere einzelne Bargeldtransaktionen vornimmt, die summiert 2.000 US-Dollar oder mehr ergeben.

Als jemand, der ziemlich viel reist, habe ich schon vor langer Zeit gelernt, daß der beste Dolmetscher, den man im Ausland haben kann, eine Handvoll von harter US-Währung ist. Im Ausland gibt es nicht immer eine Bank wenn man eine braucht und sie sind geneigt, einem lieber einen Riesenberg bunter einheimischer Scheine zu geben als die Dollars, die man gewohnt ist.

Es ist also für mich nicht ungewöhnlich, ein Flugzeug zu besteigen, wie ich es gerade vor zwei Wochen getan habe, und ein paar Tausend Dollar in bar dabeizuhaben.

Aber als jemand, der klein, untersetzt, dunkelhäutig, bärtig und im Besitz eines eigenartigen arabisch-klingenden Namens (in Wahrheit ist er walisisch), war mir bis jetzt nicht klar, daß der Bankbeamte verpflichtet sein könnte, dem Finanzministerium einen "Verdächtige Aktivität Bericht" zu schreiben, nur weil ich 2.000 US-Dollar abgehoben habe.

Ich vermute, Saks hat das Limit selbständig auf 350 US-Dollar herabgesetzt, da sie einen sicheren Abstand von der 2.000 US-Dollar-Grenze, bei der jemand entscheiden müßte, ob der Kunde ein Terrorist oder nur ein Kunde, der lieber bar zahlt als Bankgebühren zu zahlen, ist, einhalten möchten.

Ich bin keiner dieser Paranoiker, die nachts schwarze Hubschrauber sehen, oder einen mit langweiligen Erklärungen über die "wahre Bedeutung" des "sehenden Auge"-Dings das über der Pyramide auf unseren Ein-Dollar-Scheinen schwebt. Aber einige der kleinen Eingriffe, die wir im Rahmen der Definition der Regierung von "patriot" akzeptiert haben, sind einfach unheimlich.

Jahrzehntelang hatten Second-Amendment-Fans Autoaufkleber mit dem Text "Wenn Gewehre zum Verbrechen werden, werden nur Verbrecher Gewehre haben." Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis wir Aufkleber mit dem Text "Wenn Bargeld zum Verbrechen wird, werden nur Verbrecher Bargeld haben" sehen.


[Saks hat die Maßnahme auf Anfrage bestätigt und in der Antwort, wenn auch nur in einem Nebensatz, auch einen Hinweis auf den Patriot Act gegeben.]








Zurück zur Startseite



Impressum und Datenschutz

contact: EMail