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Drei Jugendliche bei Hochzeit erschossen
31.05.2003







Einem Bericht des Sydney Morning Herald zufolge sind bei einer Hochzeitsparade im Irak 3 Jugendliche erschossen und 7 weitere teilweise schwer verletzt worden.

Die Jugendlichen hatten anläßlich der Hochzeit, wie das im Irak üblich ist, mehrere Schüsse in die Luft abgegeben, was durch die neuen Waffenregeln der USA im Irak verboten ist.

Der Vorfall ereignete sich Montag Nacht in Samarra, 100 Kilometer nördlich Baghdads.

Drei der verletzten Jugendlichen befanden sich am Mittwoch noch in einem "sehr kritischen" Zustand, so Dr. Abdul al Rahman, der mehrere der Opfer im Krankenhaus von Samarra behandelt hat.

Einer der Angeschossenen, Mohammad Ahmed, er hat Schußverletzungen im Unterleib, den Oberschenkeln und am Hoden, ist erst 12 Jahre alt.

Ein Mitglied der US Army, der nicht wollte, daß sein Name genannt wird, sagte, der Vorfall werde untersucht. Er könne keinen weiteren Kommentar abgeben, außer "Schüsse bei Feiern sind gefährlich."

In Afghanistan wurde eine Hochzeitsgesellschaft am 1. Juli 2002 bombardiert, nachdem ebenfalls Schüsse in die Luft abgegeben worden waren. 40 Menschen starben und über 100 wurden verletzt.

Nach den Schüssen kamen mehrere bewaffnete US-Soldaten in das Krankenhaus und wollten die Namen der Verwundeten wissen. Die Gegenwart bewaffneter Soldaten so kurz nach der Schießerei verängstigte einige Menschen so sehr, daß sie aus dem Krankenhaus flohen.

Dr. Rahman sagte: "Ich war sehr überrascht. Ich hatte sehr viel Angst." Was die Anspannung noch vergrößerte, war, so sagte er, daß die Soldaten "sehr reizbar" wirkten.

Am Mittwoch stand der 50-jährige Younis Hamid al Rifaai bei Sonnenaufgang am frischen Grab seines 13-jährigen Sohnes Ahmed, einer der getöteten Jugendlichen.

Er war eingeladen worden, an der Hochzeitsparade teilzunehmen. Die meisten der Getöteten und Verletzten befanden sich ein einem Kleinbus und einem Transporter innerhalb der Parade, die durch Samarra fuhr.

Herr al Rifaai sagte einem Reporter gegenüber, die Menschen in Samarra würden den "Angriff der US-Streitkräfte" nicht hinnehmen. Er forderte eine offizielle Untersuchung.

Niemand wird den US-Soldaten Vorsatz vorwerfen. Und doch werden solche Vorfälle offensichtlich billigend in Kauf genommen. Die patrouillierenden Soldaten sind zum überwiegenden Teil immer noch die gleichen, die auch an den Kampfhandlungen teilgenommen haben. Ihnen ist vor und während des Krieges eingebleut worden, Iraker zu töten.

Außerdem mehren sich Berichte über Angriffe auf US-Soldaten. Berichte, die die anderen Soldaten sicherlich ebenso bekommen. Dies setzt sie noch größerem Streß aus, wenn sie nicht vorher auf die Möglichkeit solcher Situationen vorbereitet werden.

Aufgrund solcher Vorfälle steigt wiederum der Haß bei den Irakern auf die amerikanischen Besatzer.

Die Gewaltspirale beginnt sich zu drehen.







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