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Wie lange bleibt die Türkei noch ruhig?
24.05.2003







Vor und auch während des Irakkriegs hatte die Türkei ihren Standpunkt sehr deutlich gemacht. Es dürfe keine Vertreibungen von Arabern aus dem kurdischen Teil des Iraks geben, kurdische Kämpfer dürften die Städte nicht besetzt halten und ein kurdischer Staat sei nicht tolerierbar und mit allen Mitteln zu verhindern.

Und der Ist-Zustand?

Tausende Araber sind von Kurden aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben worden, weil die Kurden selbst wiederum in den 80er und 90er Jahren vom Regime Saddam Hussein vertrieben beziehungsweise "umgesiedelt" worden waren, weil Hussein eine Arabisierung der Städte erreichen wollte. Die in die dann leerstehenden Häuser eingezogenen Araber wurden von Hussein teilweise wieder zum Umzug gezwungen. Jetzt pochen die Kurden auf ihre Rechte und setzen diese mit Waffengewalt durch.

Und das führt auch gleich zum zweiten Punkt. Nicht nur, daß weiterhin kurdische Peshmerga-Kämpfer in den Städten sind, wenn es nach den Plänen der US-Besatzer geht, werden sie auch die einzige Gruppierung im Irak sein, der es erlaubt bleiben wird, automatische Waffen und schwere Waffen zu besitzen und in der Öffentlichkeit zu tragen. Diese Anordnung führt schon zu Protesten in den anderen Teilen der Bevölkerung, die USA verteidigen diese Entscheidung aber, da die Kurden "bei der Befreiung des Iraks geholfen haben."

Der letzte Punkt, ein eigenständiger kurdischer Staat, scheint zwar momentan nicht direkt in der Entstehung zu sein, die Richtung dorthin scheint aber eingeschlagen zu sein. Nicht nur, daß durch den Wiedereinzug tausender Kurden und ihre bleibende Bewaffnung ein klarer Machtvorteil auf kurdischer Seite liegt, bei den bevorstehenden Wahlen in Kirkuk sind durch die USA Kurden bei der Aufstellung von Kandidaten deutlich bevorzugt worden.

Die Türkei hatte schon zu Beginn des Krieges Truppen auf der irakischen Seite der Grenze zur Türkei positioniert, um nach offiziellen Angaben "einen Flüchtlingsstrom in die Türkei zu verhindern." Zeiweise gab es auch die türkische Drohung, diese Präsenz massiv zu verstärken. Ebenso sind später Militärbeobachter nach Mosul und Kirkuk entsandt worden um die Einhaltung der genannten Forderungen zu überwachen.

Zwar wird seit einem Monat über die Militärpräsenz und die Beobachter auffällig wenig berichtet, doch dürfte sich an der Einstellung der Türkei gegenüber einem kurdischen Staat wenig geändert haben.






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