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Die Apathie des Westens
24.11.2003









Am 8. November fand in London die jährliche Konferenz der Organisation ACTSA (Action for Southern Africa) unter dem Titel "AIDS in Africa - Fighting Western Apathy" ("AIDS in Afrika - Bekämpfung der westlichen Apathie") statt.

250 Aktivisten, Gewerkschaftsmitglieder, Studenten und Abgesandte anderer Organisationen waren zusammengekommen, um gemeinsam Möglichkeiten zu entwickeln, die Untätigkeit der "westlichen" Länder hinsichtlich der AIDS-Epidemie in Afrika, die alle 5 Minuten ein Leben kostet, zu beenden.

Aditi Sharma, der Leiter von ACTSA, forderte bei seiner Rede als Grundlage, um die Medizinkosten zu senken und den afrikanischen Ländern so eine Unabhängigkeit von Hilfslieferungen zu ermöglichen, einen fairen Wettbewerb. Außerdem forderte er die Einhaltung der von "westlichen" Regierungen gemachten Versprechen. Dabei erinnerte er an bisher nicht erfüllte Zusagen, die Schuldenerlaß und Handelsregeln, bei denen die Menschen vor Profiten oder Patenten kämen, versprachen.

Weiter kritisierte er, daß der im Jahr 2001 vom UN-Generalsekretär Kofi Annan ins Leben gerufene weltweite Fonds zur Bekämpfung von AIDS nicht die nötige finanzielle Unterstützung erhält. Annan hatte dazu aufgerufen, jährlich 7 bis 10 Milliarden US-Dollar für die AIDS-Bekämpfung auszugeben. Zwar sind seit dem Projekte im Gesamtwert von über 1 Milliarde US-Dollar genehmigt worden, was einer halben Million Menschen den Zugang zu Medikamenten erlaubt, von der benötigten Summe ist dies aber noch weit entfernt.

Dieser Punkt wurde auch von Willie Madisha, dem Präsidenten des Kongresses der südafrikanischen Handelsgewerkschaften (COSATU), in seiner Rede besonders hervorgehoben. Seiner Ansicht nach finden die meisten "westlichen" Länder immer neue Ausflüchte, um sich ihrer freiwilligen Verpflichtung, Zahlungen zu leisten, zu entziehen.

"Alle westlichen Länder müssen dringend zu dem weltweiten Fonds beitragen, wenn sie ernsthaft das Sterben in Afrika beenden wollen. Versprechen beenden nicht das Sterben der Menschen", so Madisha.

Auch die Schauspielerin Gillian Anderson zeigte sich bei ihrer Rede sehr betroffen und forderte die Einhaltung der gemachten Versprechen.

Sharma erinnerte daran, daß 10 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu weltweiten Ausgaben von 300 Milliarden für Agrarsubventionen und 15 Milliarden Umsatz der Parfumindustrie eher wenig ist.

Abschließend rief er jeden einzelnen dazu auf, wenigstens einen kleinen Teil seiner Zeit dazu aufzuwenden, sich für eine ernstere Beschäftigung der Regierungen mit diesem Thema einzusetzen, um so dafür zu sorgen, daß nicht mehr jeden Tag über 6.000 Menschen in Afrika an AIDS sterben, mehr als durch Hunger und Kriege zusammen.




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