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Gillian Anderson: AIDS in Afrika
24.11.2003


Gillian Anderson

http://www.actsa.org/Get_involved/agm_info.htm

Gillian Andersons Rede anläßlich der ACTSA-Konferenz in London







Warum bin ich hier?
Ich weiß nur, daß es mich mein ganzes Leben lang zum afrikanischen Kontinent hingezogen hat. Ich wurde in Amerika geboren, lebe in London und mein Herz ist in Afrika. Ich habe in den vergangenen Jahren Tansania und Namibia besucht und viel Zeit in Kenia und Südafrika verbracht, die aus mysteriösen und schönen Gründen Verbindungen zu meinem jetzigen Leben entwickeln. Ich wurde vor drei Jahren aktiv, nachdem ich von einer Jugendgruppe aus Südafrika namens "Buskaid Soweto String project" (Buskaid Soweto Streichmusik-Projekt) hörte. Es war zu jener Zeit, daß ich den "Artists For A New South Africa" (Künstler für ein neues Südafrika) vorgestellt wurde, die mir dabei behilflich waren, die Gruppe nach Los Angeles zu bringen, um ein Konzert in der Universität von Los Angeles zu geben und in Gemeindehäusern im südlichen Los Angeles zu spielen.

Aber warum sie?
Etwas an ihnen BEWEGTE mich. Etwas an ihrem Engagement und ihrer Beharrlichkeit gegen ALLE WIDRIGKEITEN. Etwas an ihrer Freude und Hoffnungsvölle, die bemerkenswert durch ihre Musik ausgedrückt wurde, die die Herzen aller in dem Raum erhellte. Dann im Mai 2002 besuchte ich Soweto und das Haus eines der Studenten und sah mit meinen eigenen Augen die Bedingungen, in denen er lebte. Und trotzdem stand dieser junge Mann jeden Tag einschließlich der Wochenenden auf, ging zur Schule und übte mit seiner Geige Stunde um Stunde um Stunde. Heute ist er, aufgrund internationaler Aufmerksamkeit und Unterstützung für die Schule, einer von zwei Buskaid-Studenten, die hierher gekommen sind, um Musik an der Universität von Manchester zu studieren. Und mehr werden ihnen zweifellos folgen.

Wir können viel erreichen, wenn wir BEWEGT sind. Es motiviert uns, den Gesichtern rund um den Globus Namen zu geben. Es entfacht unser Gewissen. Und das ist, was ich wirklich hoffe, daß es heute passiert, daß Menschen, Sie hier, bewegt werden von den Menschen, die in Afrika leiden - nicht nur von den Statistiken betäubt.

Das ist ein weiterer Grund, warum ich hier bin. Denn nachdem ich begann, mit "Artists for a New South Africa" (ANSA) zu arbeiten, bin ich zu der Überzeugung gekommen, daß AIDS heutzutage die größte Herausforderung der Menschheit ist. Wie Sie bemühe ich mich, die Auswirkungen von AIDS vollständig zu erfassen - 5 Afrikaner sterben pro Minute... ein Drittel der Menschen in einem Land wie Botswana leben mit HIV... die Lebenserwartung eines durchschnittlichen Menschen in Zambia ist 33... wie ich schon sagte, die Statistiken sind betäubend.

Aber verschließen Sie sich nicht gegenüber diesen harten Tatsachen - es ist grundlegend wichtig, daß wir uns dem entsetzlichen Ausmaß der Krise weiterhin bewußt sind und aktiv dazu beitragen, jeden, den wir kennen, dazu zu bringen, sich eingehend mit der Ernsthaftigkeit der Epidemie zu beschäftigen. Das ist nicht einfach etwas, das jemand anderem weit, weit entfernt passiert. Wenn es nicht behandelt wird, wenn es nicht ausgerottet wird, wird es möglicherweise jemanden treffen, der IHNEN nahesteht. Und ist das der Punkt, ab dem wir BEWEGT werden, etwas zu tun - wenn es zu spät für UNS ist?

Ich bin jetzt ein Vorstandsmitglied von ANSA und habe ihre Arbeit unterstützt, die auf den von einfachen Südafrikanern erreichten Freiheiten aufbaut. ANSA entstand wie auch ACTSA aus der weltweiten Bewegung gegen Apartheid heraus und setzt heute seine Solidarität mit dem freien Südafrika fort. In dem Südafrika nach der Apartheid und tatsächlich überall in Afrika ist der Krieg gegen AIDS der Krieg, der unterstützt werden muß.

ANSA hat sich zusammen mit anderen weltweit dafür eingesetzt, daß sich unsere Führer stärker an diesem Krieg beteiligen. In enger Partnerschaft mit südafrikanischen Aktivisten, NGOs, Führern und Künstlern bemüht sich ANSA, einen Unterschied zu machen durch Rechtsberatung, Gewährung von Beihilfen, öffentliche Bildung, Bereitstellung medizinischer Güter und die Verstärkung des internationalen Bewußtseins und Unterstützung. Wir haben uns kürzlich mit Leuten wie Willy Madisha hier und Zackie Achmad und Mark Heyward von "Treatment Action Campaign" zusammengetan um ANSAs Amandla AIDS Fonds zu gründen. Diese Gelder werden südafrikanischen gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung gestellt, die an der Front gegen HIV/AIDS kämpfen. Einschließlich der sehr stark die Initiative ergreifenden TAC. Aber in Wahrheit war meine Unterstützung für den Kampf gegen AIDS bisher minimal und mein Verständnis der komplexen Zusammenhänge bestenfalls schemenhaft. Was mich zu einem weiteren Grund bringt, warum ich hier bin.

Ich traf Zackie dieses Jahr in London zum ersten Mal und sein lebensgefährlicher Einsatz für den Zweck hat mich tief berührt. Zackie hat mich kurz Aditi und ACTSA vorgestellt und so bin ich heute hier, nicht als ein Experte, denn es gibt so viel, das ich nicht verstehe, sondern um mehr über diese Epidemie zu lernen und schließlich aktiver mitzuarbeiten. Einfach durch das Einverständnis heute hier zu sprechen wurde ich mit Leidenschaft und Mitgefühl zu einem besseren Verständnis und einer größeren Hingabe an die Sache angetrieben. Ich kann Ihnen sagen, daß ich sicherlich BEWEGT wurde durch die unglaubliche Ernsthaftigkeit der Herausforderung, der wir ALLE heute gegenüberstehen - zu handeln. Und deshalb ist ACTSAs neue Kampagne, den Druck auf unsere Führer zu erhöhen, so wichtig.

Beispiellose Herausforderungen erfordern beispiellose Taten - und vor allem sind SIE gefordert. Lassen Sie uns nicht den Mythos glauben, daß Afrika ein hoffnungsloser Kontinent ist und lassen Sie uns jene bezwingen, die sagen, daß die Epidemie zu groß sei, um dagegen vorgehen zu können. AIDS kann NOCH nicht geheilt werden, aber man kann gegen AIDS vorbeugen, AIDS-Kranke können entsprechende Pflege erhalten und vor allem kann AIDS behandelt werden.

Künstler wie ich können einen kleinen Beitrag leisten, indem sie die Medienbeachtung der Angelegenheit vergrößern. Wir können unser Talent einbringen - und unsere Gesichter benutzen - um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Medien zu vergrößern, aber Sie als Aktivisten können ebenfalls so viel tun. Sie wissen, wie sie auf den Straßen mobilisieren; Sie wissen, wie sie Briefe an Ihre Abgeordneten schreiben können und Sie wissen, wie Sie große Unternehmen an den Tisch bringen und an wen Sie sich wenden müssen, um mehr europäische Gelder in den weltweiten Fonds zu bringen... Sie können auf meine Unterstützung für Ihre Initiativen zählen.

Wir können es nicht zulassen, daß das, was Stephen Lewis als "Massenmord durch Gleichgültigkeit" bezeichnet, weitergeht. Macht es Sie nicht rasend, daß die Führer dieser Welt Versprechen um Versprechen abgeben, aber diese globale Bedrohung nicht ernst nehmen? Wir DÜRFEN ihnen NICHT in diesen Fußstapfen folgen sondern müssen ihnen zeigen, wie sie sie verlassen können. Aus der Apathie in grundlegende, nachhaltige Taten führend. Wie werden wir der nächsten Generation erklären, daß wir bei einer Epidemie zusahen, die Millionen tötete und alles was wir taten, war an Konferenzen teilzunehmen?

Und so bitte ich Sie heute, sich einige der Gesichter auf den Postern in diesen Raum anzusehen - prägen Sie sie sich ein und seien Sie bewegt von ihrem Kampf. Einige sind Menschen, die in ihrem besten Alter sterben - wie lange werden wir noch zulassen, daß das passiert? Einige sind Bilder bekannter und unbekannter Helden - die für Gerechtigkeit kämpfen. Werden wir nicht mit ihnen kämpfen? Es ist wichtig, daß wir diese Erinnerungen nach heute mit uns tragen und daß wir unser Gewissen uns dazu bringen lassen, zu handeln.

Schließlich verspreche ich heute, daß ich mich im kommenden Jahr über die Möglichkeiten, AIDS in Afrika auszurotten weiterbilden werde und über die Angelegenheit wann immer möglich zu sprechen - was werden Sie tun?




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