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"Fisch ist gesund!"
26.11.2003









Diesen Ausspruch haben die meisten Menschen sicherlich schon einmal gehört. Ein Bericht des San Francisco Chronicle vom Sonntag läßt hieran aber nicht nur Zweifel aufkommen, sondern widerlegt ihn sogar - zumindest hinsichtlich einiger Fischarten.

Zwar enthält Fisch grundsätzlich viele gesundheitsfördernde Stoffe wie beispielsweise Omega-3-Fettsäuren, aufgrund der zunehmenden Verschmutzung der Meere aber auch teilweise sehr hohe Konzentrationen von Giftstoffen.

Für eine Untersuchung waren mehrere Fischarten in einer Reihe von hochwertigen Fischgeschäften in der Gegend von San Francisco gekauft worden.

In dem unabhängigen Labor Frontier Geosciences in Seattle, das auch Untersuchungen für die amerikanische Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency - EPA) durchführt, wurden die gekauften Proben dann auf Methylquecksilber, eine Quecksilberverbindung, die vom menschlichen Körper besonders gut aufgenommen wird und stark giftig ist, untersucht.

Bei den Analysen zeigte sich, daß die Fische teilweise nicht nur die von der EPA empfohlenen Obergrenzen für die Quecksilberaufnahme durch Nahrung überschritten, sondern sogar die höheren Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die EPA empfiehlt eine eingenommene Höchstdosis von 0,74 Mikrogramm Methylquecksilber pro Woche und Kilogramm Körpergewicht. Die WHO gibt diesen Wert mit 1,6 Mikrogramm an.

Den höchsten Gehalt an Quecksilber wies bei der Untersuchung Schwertfisch auf. Eine Portion von 150 Gramm enthielt 196 Mikrogramm Methylquecksilber. Dies würde für eine 60 Kilogramm schwere Person eine doppelt so hohe Einnahme bedeuten, wie von der WHO empfohlen, die von der EPA empfohlene Höchstmenge würde sogar verfünffacht.

An nächster Stelle folgte chilenischer Wolfsbarsch mit 60 Mikrogramm in einer 150 Gramm-Portion.

Der untersuchte Thunfisch enthielt 49 Mikrogramm Quecksilber in einer 150 Gramm-Portion und Alaska-Heilbutt 20 Mikrogramm in der gleichen Menge Fisch.

Eine Veröffentlichung der US-Gesundheitsbehörde aus dem Jahr 2001 nennt als am stärksten mit Quecksilber belastete Fischart den Ziegelbarsch mit einem durchschnittlichen Gehalt von 217,5 Mikrogramm in einer 150 Gramm-Portion. Der Spitzenwert in einer untersuchten Probe Haifleisch lag sogar bei 681 Mikrogramm in einer 150 Gramm-Portion. Hierbei ist zu bedenken, daß auch die relativ beliebten Schillerlocken aus Haifleisch hergestellt werden.

Lachs, Austern, Shrimps, Muscheln, Seezunge und Tilapia enthielten der Untersuchung der US-Gesundheitsbehörde zufolge nur sehr geringe Mengen an Quecksilber.

Insbesondere Menschen, die mehr als einmal pro Woche Fisch verzehren, sind durch den teilweise sehr hohen Quecksilbergehalt gefährdet. Am stärksten gefährdet sind Ungeborene, Säuglinge und Kinder.

Quecksilber wird vom Körper nur langsam wieder ausgeschieden und kann problemlos die Blut-Gehirn-Schranke durchdringen. Quecksilber kann die Intelligenz und die Lern- sowie weitere Fähigkeiten beeinträchtigen und in höheren Dosen das Gehirn dauerhaft schädigen.

Aufgrund der nervenschädigenden Wirkung kann es außerdem zum Auftreten eines Tremors und zu Gedächtnisstörungen kommen. Auch das Kerz-Kreislauf- und das Immunsystem können betroffen sein, so daß es beispielsweise zu andauernder Müdigkeit kommt.

Der 30-jährige John Lie-Nielsen hat diese Erfahrung selbst machen müssen. In der Vergangenheit völlig beschwerdefrei, begann er plötzlich, sich krank zu fühlen. Es begann damit, daß er sich schlapp und antriebslos fühlte, dann kamen Erinnerungslücken hinzu, schließlich kamen auch noch Tremore hinzu. "Ich hatte so schlimme Tremore, daß ich kaum Autofahren konnte und litt, was am schlimmsten war, unter Angst und Panikattacken", erzählte er.

Fünf Ärzte konnten nur Krankheiten wie Krebs, Multiple Sklerose und Parkinson ausschließen, fanden aber nicht die Ursache für seine Probleme. Schließlich las er einen Zeitungsartikel einer Ärztin, die sich auf Erkrankungen durch Quecksilber spezialisiert hat und über ihre Patienten berichtete. Da er sich in den Beschreibungen der Symptome schnell wiedererkannte, ließ er sich auf eine Quecksilbervergiftung untersuchen. Es zeigte sich, daß er tatsächlich sehr stark erhöhte Quecksilberwerte hatte. Nach einer Ernährungsumstellung gingen die Werte ebenso wie die Symptome zurück.

Ein weiterer Fall betraf die damals 5 Jahre alte Sophie Chabon, die mehrmals in der Woche Thunfisch aß. Das anfangs intelligente Mädchen fiel in ihrer Entwicklung immer weiter zurück, bis bei einer routinemäßigen Blutuntersuchung hohe Quecksilberwerte in ihrem Blut gefunden wurden. Nachdem ihre Ernährung umgestellt wurde, verbesserte sich ihr Zustand schnell.

Die Aussage, daß Fisch gesund sei, ist also alles andere als allgemeingültig. Hinzu kommt, daß Fische noch mit einer ganzen Reihe weiterer schädlicher Chemikalien, beispielsweise PCB belastet sind.

Insbesondere Eltern und schwangere Frauen sollten also sehr genau darauf achten, welche Fischarten in welchen Mengen verzehrt werden.




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