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Vom Waschen und Naßwerden
13.11.2003









Mehrere Staaten, allen voran Japan, überlegen Meldungen der Nachrichtenagenturen vom Donnerstag zufolge, aufgrund der wiederholten Bombenanschläge, zuletzt auf italienische Soldaten, ihre geplanten Entsendungen von Soldaten in den Irak entweder zu verschieben oder zumindest stark zu reduzieren.

Das Sprichwort "wasch mich, aber mach mich nicht naß" scheint dabei nur unwesentlich in "ok, ich wasch Dich, aber ich will dabei nicht naß werden" geändert worden zu sein.

Die "plötzliche Erkenntnis", daß Soldaten von Ländern, die die USA beider Besetzung des Iraks unterstützen, ebenfalls zum Ziel der Widerstandskämpfer werden können, kann nur entweder als ein Zeichen extremer Naivität oder des massiven Belügens der Öffentlichkeit gedeutet werden.

In jedem Fall zeigt sich hier eine möglicherweise vom irakischen Widerstand beabsichtigte Wirkung, nämlich, daß die militärische Unterstützung der USA im Irak durch andere Länder wesentlich zurückhaltender ausfällt, als eigentlich geplant und angekündigt. Da der andauernde Kriegszustand im Irak die Anwesenheit einer großen Zahl von US-Soldaten erfordert, stellt dies die USA angesichts der Regelungen für die Dauer des Fronteinsatzes von US-Soldaten vor starke Probleme, die voraussichtlich nur durch die Aktivierung einer großen Zahl von Reservisten - wenn überhaupt - zu lösen sind.

Zwar ist es mindestens ebenso wahrscheinlich, daß es sich nicht um zentral organisierte Aktionen mit dem Ziel der zentralen Schwächung der Besatzer handelt, dies ändert allerdings nichts an der erzielten Wirkung.

Da es den USA durch die Rotationsvorschriften schon schwer fällt, die momentane Truppenstärke in den nächsten Monaten aufrecht zu erhalten - ganz abgesehen von den Forderungen von Generälen nach einer deutlichen Verstärkung - ist der Ausfall und die Verzögerung von zugesagten ausländischen Truppen ein schwerer Schlag für das US-Militär.

Sollte ein großer "Koalitionspartner" wie Italien oder Spanien sogar einen Abzug seiner Soldaten beschließen, wäre dies - nicht zuletzt politisch - eine Katastrophe für die US-Regierung. Zwar hat der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi einen Abzug der italienischen Truppen am Donnerstag kategorisch abgelehnt, der Druck der Bevölkerung wird aber - nicht nur in Italien - angesichts der steigenden Zahlen von getöteten Soldaten immer größer, genau diesen Schritt zu machen.




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