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Vietnam? Somalia!
23.11.2003









Am Sonntag ist es Berichten von Nachrichtenagenturen zufolge in der nordirakischen Stadt Mosul zu einem Vorfall gekommen, der nicht nur belegt, daß ein wachsender Teil der irakischen Bevölkerung einen immer größer werdenden Haß auf die US-Besatzer entwickelt, sondern außerdem stark an den Grund für den überstürzten Rückzug der USA aus Somalia vor 10 Jahren erinnert.

Anfang Oktober 1993 wurden amerikanische Soldaten bei einem Angriff auf Gefolgsleute von Mohammed Farah Aidid in der Stadt Mogadishu mit heftiger Gegenwehr konfrontiert. Hierbei wurden zwei Black Hawk Hubschrauber abgeschossen und 18 Soldaten getötet. Einige der getöteten US-Soldaten wurden später vor laufenden Kameras durch die Stadt geschleift.

Am Sonntag nun sind in Mosul zwei US-Soldaten in ihrem vorbeifahrenden Fahrzeug erschossen worden. Nachdem es gegen eine Wand gefahren war, wurde es von einer wütenden Menge umringt, die es plünderten. Danach wurden die toten Soldaten aus dem Wagen gezogen und auf sie eingeschlagen, nach Aussage von Bahaa Jassin, einem Augenzeugen, zumindest teilweise mit Steinen.

Die Tatsache, daß sich dieser Vorfall im von den USA häufig als "friedlichen" überwiegend kurdischen Nordirak abgespielt hat, macht umso deutlicher, daß die Geduld in der irakischen Bevölkerung - sicherlich auch gerade im Hinblick auf das "harte Vorgehen" der letzten Wochen - ihrem Ende zugeht.

Gerade in Verbindung mit der von Andrew M. Cockburn in einem Kommentar in der Los Angeles Times zu Recht geäußerten Befürchtung, daß es aufgrund der Nervosität der US-Soldaten im Irak sehr leicht zu einem Massaker kommen könnte, wächst hierdurch die Wahrscheinlichkeit eines Blutbads unter der Zivilbevölkerung an.




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