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Zwei Spanier gefangengenommen?
30.11.2003









Offiziellen Angaben des spanischen Militärs zufolge sind bei einem Angriff auf zwei spanische Fahrzeuge im Irak am Samstag 7 Mitarbeiter des spanischen Geheimdienstes getötet und ein weiterer leicht verletzt worden.

In ersten Reuters-Berichten wurde der Vorfall noch etwas anders dargestellt.

Der Sky-Reporter David Bowden kam zufällig nur eine halbe Stunde nach dem Angriff am Ort des Geschehens an, als er auf dem Rückweg aus der Stadt Hilla war, als er und seine Mitarbeiter mehrere Leichen auf der Straße liegen sahen.

Als sie anhielten, sagten ihnen Anwohner, daß "ungefähr vor 30 Minuten ein Konvoi von drei Fahrzeugen angegriffen worden war. Sie zogen die Leute aus den Fahrzeugen. Sie sagten uns, daß sie tatsächlich 8 Menschen getötet und 2 weitere gefangengenommen hatten."

Bowden selbst hatte selbst nur vier Leichen gesehen, selbst die offizielle Version spricht allerdings schon von sieben Getöteten. Auch berichtete er nur von zwei ausgebrannten Fahrzeugen.

Die Anwohner, die die Spanier nach ihren Aussagen für CIA-Agenten hielten, offenbarten wie schon am vergangenen Sonntag in Mosul einen starken Haß auf die Besatzer, als sie wiederum auf die Leichen der Getöteten einschlugen und eintraten.

Da die Behauptung, daß zwei der spanischen Agenten gefangengenommen wurden, bisher nicht belegt wurde und die Darstellung des spanischen Militärs von zwei Fahrzeugen mit insgesamt 8 Personen spricht, sind Zweifel sicherlich angebracht.

Andererseits scheint es eher unwahrscheinlich, daß von den Irakern absichtlich fälschlich behauptet wird, Personen gefangengenommen zu haben. Dies wäre zumindest der erste bekannte derartige Fall.

Allerdings würde die Gefangennahme von zwei Spaniern die spanische Regierung noch weitaus mehr unter Druck setzen, als es der Tod der Agenten schon tut.

Die Vermutung, daß der Konvoi tatsächlich aus drei Fahrzeugen bestand und die beiden Gefangenen im dritten, weniger stark beschädigten Fahrzeug abtransportiert wurden, ist hier sicherlich naheliegend.

Es bleibt abzuwarten, ob in den nächsten Wochen ein Video mit Aufnahmen der beiden Spanier veröffentlicht wird oder andere Beweise für ihre Gefangennahme vorgelegt werden, da die irakischen Widerstandskämpfer sich einen derartigen "Medienerfolg" kaum entgehen lassen dürften.

Spanien als auch Japan - zwei japanische Diplomaten sind am Samstag ebenfalls getötet worden - haben bereits angekündigt, von ihren Plänen nicht abweichen zu wollen. Beide Vorfälle verstärken allerdings den Druck auf die Regierungen, die Soldaten aus dem Irak zurückzuziehen beziehungsweise gar nicht erst dorthin zu entsenden.

Sollten sich tatsächlich Spanier in der Hand der irakischen Widerstandskämpfer befinden, so könnten Berichte hierüber möglicherweise den Ausschlag für ein Umschwenken in der spanischen Politik liefern.





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