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Irak und Vietnam
14.11.2003









In der letzten Zeit werden mehr und mehr Parallelen zwischen dem Irakkrieg und dem Vietnamkrieg sichtbar, seien es die Lügen der jeweiligen US-Regierung, die den Kriegsgrund lieferten oder die offensichtlich falsche Planung eines kurzen Krieges.

Das Ziehen solcher Vergleiche ist sicherlich reizvoll, stellt doch ein "zweites Vietnam" einen der größten Albträume sowohl der US-Regierung als auch der amerikanischen Bevölkerung dar.

Hierbei sollte man sich aber auf Tatsachen beschränken und nicht versuchen, Zahlen und Fakten so hinzubiegen, daß sie einen Vergleich auf den ersten Blick zulassen. Diese Art der "Wahrheit" wurde und wird von den entsprechenden Regierungen bereits viel zu häufig, gerade im Zusammenhang mit dem Irakkrieg, angewendet.

In einem Kommentar im britischen Independent schreibt Charles Glass, daß die Zahl von 324 Toten im Vietnamkrieg nach zwei Jahren erreicht war, im Irakkrieg schon nach 7 Monaten überschritten wurde.

Die Zahl der Getöteten ist richtig, Glass ignoriert hierbei allerdings die Tatsache, daß die US-Soldaten bis zum März 1965 einen Beraterstatus in Vietnam hatten und die Truppenstärke im Jahr 1964 noch bei 23.300 lag und erst 1965 auf 184.300 anstieg.

1965 wurden bereits 1.863 US-Soldaten getötet, obwohl sich die Strategie in dem Jahr noch auf "Verteidigung" beschränkte.

1963 wurden in Vietnam 0,72 Prozent der stationierten Soldaten getötet, 1964 waren es 0,88 Prozent und im Jahr 1965 lag die Zahl bei 1,01 Prozent.

Im Irak sind in den ersten 7 Monaten 0,27 Prozent der dort stationierten Soldaten getötet worden (ausgehend von einer durchschnittlichen Gesamtzahl von 130.000 Soldaten).

In Vietnam stieg die Quote auf bis zu 3,09 Prozent im Jahr 1968 an, also auf das Zwölffache der derzeitigen irakischen Wertes, der gemachte Vergleich kann also kaum als etwas anderes als Augenwischerei bezeichnet werden.




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