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Schießwütige Israelis
28.11.2003









Wie die israelische Haaretz am Freitag berichtete, waren die drei am Mittwochabend von israelischen Soldaten erschossenen palästinensischen Männern entgegen ersten Angaben der israelischen Armee nicht bewaffnet.

Da das israelische Militär sich hier offenbar gezwungen sah, eine glatte Lüge zu korrigieren, wird der Vorfall jetzt nicht nur als eine "Verwechslung" dargestellt, es wird außerdem behauptet, daß zwei der Getöteten Mitglieder des Islamischen Jihad waren. Nach Angaben von Angehörigen handelte es sich um drei Cousins, die auf dem Weg zu einer Eid al-Fitr-Feier, einer Feier anläßlich des Endes des Fastenmonates Ramadan, waren.

Ebenfalls am Mittwoch war ein 9 Jahre alter palästinensischer Junge von israelischen Soldaten in der Nähe des Flüchtlingslagers Rafah im Gazastreifen erschossen worden.

Die israelische Armee behauptet zwar, daß zu der Zeit keinerlei Schüsse von israelischen Soldaten abgegeben worden seien, es existieren aber Berichte von mehreren Palästinensern, daß der Junge durch israelisches Feuer getötet wurde.

Von dieser Schießwütigkeit der israelischen Soldaten sind offensichtlich nicht nur Palästinenser und Friedensaktivisten betroffen.

So meldete der britische Independent am Freitag, daß das UN-Hilfswerk und weitere Hilfsorganisationen davor gewarnt haben, daß sie die Arbeit in den von Israel besetzten Gebieten beenden würden, wenn ihre Mitarbeiter weiterhin von israelischen Soldaten beschossen würden.

Dies passiere sogar, wenn die Fahrtrouten zuvor mit israelischen Stellen abgestimmt würden.

Die Hilfslieferungen, mit einem geschätzten Umfang von 1 Milliarde Euro im nächsten Jahr, bestehen größtenteils aus Lebensmitteln, ohne die ein Überleben für viele Palästinenser praktisch kaum möglich wäre.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) hat sich in diesem Jahr bereits aus den besetzten Gebieten zurückgezogen. "Dieses Programm wurde nicht geschaffen, um die Verantwortlichkeit der Besatzungsmacht, also Israel, zu ersetzen", sagte Vincent Bernard, ein Sprecher des Roten Kreuzes.

Tatsächlich hat Israel in den besetzten Gebieten genau wie die USA im Irak die Verantwortung für die dort lebenden Menschen. Es scheint allerdings wenig wahrscheinlich, daß es dieser Verantwortung auch nachkommen würde, sollten die Hilfslieferungen tatsächlich beendet werden, zumindest nicht ohne massiven internationalen Druck.

Die Warnung der Hilfsorganisationen macht einmal mehr deutlich, daß jeder Mensch in den besetzten Gebieten zum Ziel der israelischen Soldaten werden kann.





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