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Erfolgs-Phantasien
25.11.2003









Wie AP am Montag unter Berufung auf einen hochrangigen Pentagon-Beamten berichtete "tobt ein Krieg der Geheimdienstinformationen" in Guantanamo Bay auf Kuba, wo geschätzte - die USA weigern sich, genaue Zahlen zu veröffentlichen - 660 Gefangene ohne Rechtsgrundlage durch die USA festgehalten und verhört werden.

"Er wird mit großer Dringlichkeit geführt", so Thomas O'Connell, der die Oberaufsicht über die Inhaftierung, Befragung und - eher theoretische - Freilassung der Gefangenen hat, in einem Interview.

Nach seiner Aussage ergeben sich gerade durch die lange Inhaftierung der Gefangenen - die Mehrheit ist nun seit fast zwei Jahren dort - neue Informationen, da sie mit der Zeit "gesprächiger" würden. Andererseits gab er zu, daß die erlangten Informationen immer veralteter sind.

Auch wertete er den den Amerikanern häufig durch die Gefangenen entgegengebrachten offenen Haß anscheinend als ein weiteres Indiz für ihre Verbindungen zum Terrorismus, obwohl dies angesichts der zweijährigen Gefangenschaft unter zum großen Teil menschenunwürdigen Bedingungen und vermutlich sogar der Verwendung von Folter kaum verwunderlich ist.

In der AP-Meldung wurde auch wieder die amerikanische Behauptung wiederholt, daß die durch die Verhöre erlangten Informationen geholfen hätten, mehrere geplante Anschläge auf amerikanische Ziele in Italien, Großbritannien und Singapur zu verhindern. Diese Aussage sollte allerdings bezweifelt werden, da es in keinem dieser Fälle zu Verhaftungen gekommen ist. Der einzige "Beweis", daß tatsächlich geplante Anschläge verhindert wurden, ist die Behauptung der USA, daß dies der Fall ist.

Es dürfte mehr als unwahrscheinlich sein, daß es gelingt, einen Anschlag zu verhindern, ohne dabei Verdächtige zu verhaften. Daß diese dann nicht als Erfolgsbeweis den Kameras präsentiert werden ist sicherlich noch unwahrscheinlicher.

Andererseits benötigen die USA derartige Erfolgsmeldungen, um dem illegalen Gefangenenlager auf Kuba überhaupt einen Hauch einer Rechtfertigung verleihen zu können.




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