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"Sie töten Kinder. Das ist falsch."
08.11.2003









Wie der britische Independent am Samstag berichtete, ist erneut ein palästinensisches Kind von israelischen Soldaten erschossen worden.

Der 10 Jahre alte Mahmud al-Qayed wurde mit vier Kugeln erschossen, als er mit einer Gruppe Erwachsener der israelischen "Mauer" zu nahe kam, als sie Singvögel fangen wollten, um diese zu verkaufen.

Eine große Zahl von Augenzeugen berichtete, daß sie die ungefähr 20 Personen umfassende Gruppe sah, als sie auf dem Weg zur "Mauer" waren, um dort Vögel zu fangen.

Die israelische Armee allerdings sagt, daß Soldaten drei Personen gesehen hatten, die nach Aussage der Soldaten Stromleitungen und Röhren, wie sie für Bomben verwendet werden, auslegten und deshalb das Feuer eröffnet hatten. Zeugenaussagen zufolge hatten die Menschen Käfige aufgestellt, um die Vögel zu fangen.

Zwar wurde das an die "Mauer" angrenzende Gebiet von Olivenhainen von Israel zum Sperrgebiet erklärt, angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Palästina kommen aber praktisch täglich Menschen, um dort Vögel zu fangen und sie zu verkaufen, so daß den Soldaten dies ebenfalls bekannt sein müßte.

Mahmud ist der bisher jüngste Vogelfänger, der in der Nähe der "Mauer" von israelischen Soldaten erschossen worden ist.

Mahmuds Vater Mohammed erzählte, wie sein Sohn getötet wurde: "Wir gingen gegen 05:00 Uhr morgens los. Mein Nachbar, mein Sohn und ich. Ich fuhr den Eselkarren. Wir kamen gegen 06:00 Uhr in Shajiyeh an. Wir legten unsere Fallen aus und warteten auf die Vögel. Wir waren ungefähr 700 Meter von der Grenze entfernt. Sie [israelische Soldaten] schossen zwei Granaten ab, die neben einem Strommast einschlugen, ungefähr 200 Meter von uns entfernt. Wir blieben dort, weil wir auf die Vögel warteten. Dann sahen wir 5 Soldaten, die mit Helmen und allem auf uns zukamen. Ich lief. Mein Sohn konnte nicht entkommen."

Nimur abu 'As'us, der ebenfalls dort war, wurde durch einen Schuß verwundet.

Im Krankenhaus berichtete er: "Die Soldaten jagten uns. Ich lief, der Junge lief auch. Sie schossen auf uns beide. Ich wurde im Bein getroffen. Sie trafen ihn mit vier Kugeln. Sie schrien, wir sollten anhalten und er hielt an. Ich lief weiter, ich sah zurück und sah ihn anhalten. Ich sah, wie ihn die Kugeln trafen. Wenn er nicht angehalten hätte, hätten sie vielleicht uns beide getötet."

In diesem Moment verdunkelte sich sein Gesicht. "Vielleicht hat die Tatsache, daß er angehalten hat, mein Leben gerettet."

Danach kam eine Menge von Palästinensern, um zu sehen, was passiert war und die Soldaten brachen daraufhin die Verfolgung ab.

Mahmuds Vater sagte: "Ich nahm seinen Pullover, umarmte ihn, dann verbarg ich mein Gesicht in seinem Blut. Es war falsch, ihn zu töten. Er war jung, er war keine Bedrohung, er wollte nur einen Vogel fangen. Wo sind die Menschenrechte? Wo sind die Rechte der Kinder?"

"Sie töten Kinder. Das ist falsch."




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