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Nachrichten, die man nicht überall findet.




"Keine Photos!"
07.11.2003









Oftmals sind die Photographierten nicht mit der Arbeit der Photojournalisten einverstanden, gerade prominente Persönlichkeiten sind von dem massiven Medieninteresse häufig so entnervt, daß es zu verbaler und manchmal sogar körperlicher Gewalt kommt, wie im Fall des Prinzen Ernst August von Hannover.

Im Irak ist die Reaktion auf zu neugierige Augen allerdings noch wesentlich gefährlicher.

Wie IslamOnline (IOL) am Freitag berichtete, haben US-Soldaten erneut auf einen Journalisten von IOL geschossen, weil dieser in Baghdad den Ort einer Explosion, die sich kurz zuvor ereignet hatte, photographieren wollte.

Imam El-Leithy war mit seinem Assistenten zum Ort einer nur 500 Meter entfernten Explosion auf der Autobahn im Baghdader Ortsteil Al-Ghazilya geeilt. Dort eröffneten US-Soldaten das Feuer.

"Es war starker Beschuß. Kurz gefaßt, habe ich mich geduckt und bin auf den Dom einer Moschee zugerannt", berichtete der zittrige El-Leithy.

Als die Soldaten ihn auf dem Dach der Moschee mit sahen, begannen sie erneut, auf ihn zu schießen, auch hier konnte er aber unverletzt entkommen, nach der Aussage von Augenzeugen ist es aber nicht ungewöhnlich, daß US-Soldaten auf Reporter schießen, die versuchen, den Ort von Explosionen zu photographieren.

Die Reaktion der Soldaten wäre möglicherweise durch Nervosität, ausgelöst durch den Bombenangriff und den auf sie zueilenden El-Leithy zu begründen, wäre dies der erste derartige Vorfall.

Eine ganze Reihe von Journalisten ist aber mittlerweile im Irak durch "Unfälle", Mißverständnisse" und das "ins Kreuzfeuer geraten" getötet worden. Keiner dieser Vorfälle ist durch die US-Behörden ernsthaft untersucht worden, geschweige denn, daß die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden wären.

Viel wahrscheinlicher klingt es daher, daß hier verhindert werden soll, daß Photos von getöteten oder verletzten Soldaten gemacht werden, entweder, weil - zu Recht - befürchtet wird, daß die Veröffentlichung die öffentliche Meinung beeinflussen würde oder sogar, weil die wirkliche Anzahl der Opfer vertuscht werden soll.




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