www.Freace.de


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Es kann nicht sein, was nicht sein darf
02.11.2003









Diesem Grundsatz folgend, hat sich der "Spiegel" offenbar entschlossen, nicht über die Großdemonstration gegen Sozialabbau von über 100.000 Menschen am Samstag in Berlin zu schreiben - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt (Sonntag 13:00 Uhr) wird die Demonstration auf der Website des Spiegels mit keiner Silbe erwähnt.

Bei Meldungen, die sich gegen Gewerkschaften richten, ist der Spiegel seit längerer Zeit schon wesentlich schneller und ausführlicher.

Egal, ob es um einen "Streit" um Werbespots der Gewerkschaft Verdi - besonders bemerkenswert war in diesem Zusammenhang sicherlich die Schlagzeile "Verdi läßt Jugendliche sterben" oder um den "kraftlosen Riesen" Verdi geht, nicht gewerkschaftskritische Artikel sind extrem selten.

Da wird von "IG Metall-Chaos" und "Gewerkschaftshardlinern" geschrieben, ein Kommentar spricht sich "für eine schwache IG-Metall" aus und es wird behauptet, daß sich "Bürger und Gewerkschaftsmitglieder in Scharen von der IG Metall abwenden".

Und auch zu einem weiteren Organisator der Demonstration, attac, hat der Spiegel offenbar eine klare Meinung, wurde doch bereits ein Artikel mit "attac: Sommerreise ins Ungewisse" betitelt.

Sicherlich spricht nichts gegen eine kritische Berichterstattung über Gewerkschaften, wenn die Berichterstattung eines so großen Mediums wie dem Spiegel bei einem wichtigen Thema allerdings nur aus negativer Kritik besteht, fällt es aber schwer, diese als "objektiv" zu bezeichnen.

Im Gegenteil drängt sich immer mehr der Verdacht auf, daß hier gezielt gegen die Gewerkschaften und sonstige sozialkritische Organisationen wie attac und für Unternehmerinteressen geschrieben wird.

Und da könnte ein Bericht über eine Demonstration von über 100.000 Menschen gegen den immer weiter fortschreitenden Sozialabbau den Leser natürlich möglicherweise unnötig verwirren.

Nachtrag: Mittlerweile (Sonntag, 16:00 Uhr) hat schließlich auch der Spiegel einen Artikel zu der Demonstration veröffentlicht.




Zurück zur Startseite





Impressum

contact: EMail