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"Der Feind ist ein Typ namens Satan"
16.10.2003









Einem NBC-Bericht zufolge scheint sich zumindest der im Sommer ernannte oberste amerikanische "Terroristenjäger", Generalleutnant William Boykin, in einem "heiligen Krieg" zu befinden.

Im vergangenen Sommer wurde Boykin zum Unterstaatssekretär der Verteidigung ernannt und erhielt die Aufgabe, Geheimdienstinformationen mit Spezialaufträgen zu vereinen und "hochrangige Terroristen" wie Osama bin Laden zu jagen.

Boykin, der früher Kommandeur der US-Special Forces war, hat bei einer größeren Zahl von Anlässen vor laufenden Kameras Äußerungen abgegeben, die wenig Spielraum für Spekulation hinsichtlich seiner religiösen Orientierung oder seines Verhältnisses zum Islam übrig lassen.

Bei einer Dia-Vorführung vor einer Kirchengemeinde sagte er: "Nun, ist er [bin Laden] der Feind? [nächstes Dia] Oder ist dieser Mann [Saddam] der Feind? Der Feind ist keiner der Leute, die ich Ihnen hier gezeigt habe. Der Feind ist ein geistiger Feind. Er wird das Fürstentum der Dunkelheit genannt. Der Feind ist ein Typ namens Satan."

Auf die Frage, warum die Terroristen die Vereinigten Staaten zerstören wollen, sagte Boykin: "Sie sind hinter uns her, weil wir eine christliche Nation sind."

Bei einer Rede im Januar in einer Kirche erzählte er von einem moslemischen Kämpfer, der im Fernsehen prahlte, daß die Amerikaner ihn nie kriegen würden, weil sein Gott ihn beschützen würde. "Nun, Sie wissen, was ich wußte, daß mein Gott größer ist als seiner. Ich wußte, daß mein Gott ein wirklicher Gott ist und seiner ein Götze", so Boykin.

Auch zur Wahl von George W. Bush hat er eine ganz eigene Theorie, die er seinen Zuhörern regelmäßig mitteilt. "Warum ist dieser Mann im Weißen Haus? Die Mehrheit der Amerikaner hat ihn nicht gewählt. Warum ist er dort? Und ich sagen Ihnen hier und heute, daß er im Weißen Haus ist, weil Gott ihn dort für eine Zeit wie diese hingesetzt hat."

Wenn es irgendjemand gibt, der die Menschen in islamischen Ländern davon überzeugen könnte, daß es sich bei dem "Krieg gegen den Terrorismus" tatsächlich um einen "guten, altmodischen, christlichen Kreuzzug" handelt, so dürfte das Boykin sein.

Offensichtlich ist ihm das Ausmaß seiner Äußerungen sehr wohl bewußt und er ist jetzt um Schadensbegrenzung bemüht. Auf Anfrage von NBC sagte er, daß er Moslems respektiere und daß er glaube, daß die Radikalen, die Amerika angriffen, "keine wahren Anhänger des Islam" seien. Außerdem kündigte er an, derartige Ansprachen in der Zukunft einzuschränken. "Ich möchte nicht... mißverstanden werden. Ich möchte nicht als ein Rechtsextremer wirken."

Der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verteidigte am Donnerstag Boykin und nahm dabei Bezug auf das recht der freien Meinungsäußerung, berichtete AP.

Es gab allerdings auch Gegenstimmen. So sagte der Senator Lincoln D. Chafee: "Wenn das stimmt, würde ich das bedauerlich finden."

Tatsächlich dürfte die Ernennung einer derart religiösen Person für gerade diesen Posten bei Moslems für einige Irritationen sorgen.




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