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Die Hoffnung Wesley Clark
16.10.2003









Von vielen Menschen wird der pensionierte General Wesley Clark als Hoffnungsträger der Demokraten für die kommenden amerikanischen Präsidentschaftswahlen angesehen.

Am Donnerstag berichtete AP, daß er von Beginn seines Eintritts in den Wahlkampf Mitte September bis zum Ende des ersten Spendensammelzeitraums Ende September 3,5 Millionen US-Dollar an Spenden für seinen Wahlkampf erhalten hat. Damit ist es ihm gelungen, in etwas mehr als zwei Wochen eine vergleichbare Summe zu erhalten, wie das "Mittelfeld" der anderen Kandidaten, die hierfür allerdings mehrere Monate Zeit zur Verfügung hatten.

So erhielt John Kerry 4 Millionen und Joe Lieberman 3,6 Millionen. Howard Dean ist mit 15 Millionen der Spitzenreiter bei den Demokraten.

Clark scheint aber eine weniger makellose Vergangenheit zu haben, als dies auf den ersten Blick den Anschein hat.

So hat er beispielsweise in seiner Funktion als Oberkommandierender der NATO in Europa während des Kosovo-Einsatzes einem britischen General befohlen, russische Soldaten anzugreifen, da diese ohne Genehmigung der NATO auf einem Flugplatz gelandet waren. Der britische General, Sir Mike Jackson, verweigerte den Befehl mit den Worten "Ich werde für Sie nicht den 3. Weltkrieg beginnen."

Der Vorschlag Clarks, Ungarn zu bombardieren, sollte das Land Öl an Milosovic liefern oder die Strategie, die Innenstadt Belgrads zu bombardieren, um so die Zivilbevölkerung gegen Slobodan Milosovic aufzubringen, führten einen Diplomaten einem Artikel der Washington Post vom 6. Mai 1999 zufolge zu der Frage, "Wie sie einen Mann mit einem solchen Mangel an Urteilsvermögen zum Oberkommandierenden der NATO in Europa machen konnten".

Und auch davor hatte er schon bewiesen, daß das Leben von Zivilisten und bestehende Gesetze für ihn bestenfalls zweitrangig sind.

Bei der versuchten Erstürmung des Gebäudekomplexes der Davidianer um David Koresh in Waco im US-Bundesstaat Texas am 19. April 1993, der eine 51-tägige Belagerung vorangegangen war, sind über 80 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, ums Leben gekommen.

Wie beispielsweise Bilder aus Linda Thompsons Film "Waco II" belegen, waren neben FBI-Beamten auch Militärfahrzeuge, -hubschrauber und -personal vor Ort. Die Panzer, die bei dem Erstürmungsversuch Teile der Gebäude zum Einsturz brachten, stammten einem Bericht der Dallas Morning News vom 26. September 1999 zufolge aus der Militärbasis Fort Hood in Texas.

Zu der Zeit war Clark Kommandeur von Fort Hood.

Polizeibeamte hatten in Fort Hood schon einen Monat zuvor mit einem Trainingsprogramm für die Erstürmung begonnen und wurden dabei von Soldaten ausgebildet, auch in der Benutzung von schweren Waffen wie 40-Millimeter-Granatwerfern.

Dies ist sicherlich nicht ohne die Einwilligung des Kommandeurs der Basis möglich, ebensowenig wie das "Verleihen" von Panzern und Hubschraubern.

Einem amerikanischen Gesetz aus dem Jahr 1878, dem "Posse Comitatus Act" zufolge, darf das US-Militär nicht im eigenen Land als Polizei eingesetzt werden. Das Gesetz wurde zwar in den Jahren 1981 und 1991 verändert, so daß dies im Rahmen der Drogenbekämpfung teilweise doch möglich ist, darüber hinaus ist der Einsatz aber weiterhin nicht gestattet.

Der offiziellen Darstellung zufolge wurde dieses Gesetz umgangen, da die Panzer nur ausgeliehen wurden und keine Soldaten eingesetzt wurden. Hier bestehen aber begründete Zweifel. Nicht nur, daß Berichten zufolge Mitglieder der Delta Force während der Belagerung anwesend waren, es scheint auch unwahrscheinlich, daß es gelungen ist, die Polizisten im Umgang mit den Panzern - unter ihnen mindestens ein M1 Abrams - und den Hubschraubern ausreichend zu schulen.

Dies dürfte ebenso eine Schutzbehauptung sein, wie der anfängliche Versuch, jegliche Beteiligung des US-Militärs zu vertuschen. Auch die Ausbildung der Polizisten durch Soldaten kann nicht als legal bezeichnet werden, da es sich nicht um einen Drogenfall handelte.

Selbst wenn Clark von einem höherrangigen Offizier den Befehl erhalten haben sollte, die Polizei zu unterstützen, hätte er diesen Befehl doch verweigern können und müssen, da er gesetzwidrig war. Dies hätte sich allerdings vermutlich nicht derart positiv auf seine Karriere ausgewirkt.




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