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Tod an Europas Grenze
20.10.2003









Wie Reuters am Montag berichtete, ist erneut eine große Anzahl afrikanischer Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa ums Leben gekommen.

Die italienische Küstenwache hat am Sonntag an Bord eines kleinen Schiffes südlich Italiens 13 Leichen und 15 teilweise schwer erkrankte, vermutlich aus Somalia stammende Afrikaner entdeckt. Nach Aussage der Überlebenden sind mindestens 50 weitere Leichen schon zuvor ins Meer geworfen worden. Die Toten seien verhungert oder an der Kälte gestorben, so die Afrikaner.

Das Schiff war vor 20 Tagen von Libyen aus gestartet und sollte die Menschen zu der italienischen Insel Lampedusa bringen, von wo aus sie nach Sizilien gebracht worden wären. Bisher ist nicht klar, warum die üblicherweise nur einige Tage dauernde Überfahrt derart lange gedauert hat.

Da Lampedusa der zur afrikanischen Küste am nächsten gelegene Punkt Europas ist, wird die Insel häufig von illegalen Einwanderern als Anlaufstelle benutzt, wenn sie mit kleinen Schiffen versuchen, das Mittelmeer zu überqueren.

Erst am Freitag waren mindestens 7 Afrikaner auf einen anderen Schiff bei der Überfahrt nach Lampedusa gestorben.

Das italienische Innenministerium hat nach eigener Aussage die illegalen Einwanderer drastisch eingeschränkt. In den ersten 6 Monaten diesen Jahres seien 8.881 Menschen illegal nach Italien eingereist, 40 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Diese Zahlen sind allerdings skeptisch zu betrachten, da sie nur die Zahl der aufgegriffenen illegalen Einwanderer angeben kann. Der genannte Rückgang könnte ebenso durch nachlassende Polizeieffektivität oder geschicktere Menschenschmuggler verursacht sein.

Mitte Juni hatte die Forderung eines italienischen Ministers, Schiffe von Flüchtlingen durch die Küstenwache versenken zu lassen, zu Kritik geführt.




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