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Kein Besuch vom FBI
22.10.2003









Wie AP am Mittwoch berichtete, wollte das amerikanische Justizministerium eine Sondergenehmigung für das FBI erlangen, des es dem FBI erlaubt hätte, Computer nach speziellen Dokumenten zu durchsuchen und diese zu löschen. Dies wurde von dem zuständigen Bundesrichter allerdings abgelehnt.

Fast drei Wochen lang waren diese Dokumente frei über die Website eines US-Gerichts zugänglich, bis sie schließlich auf Anforderung der Regierung zurückgezogen wurden.

Die Dokumente erwähnten nur nebenbei und ohne wirklich Details zu enthüllen einen Undercover-Einsatz eines FBI-Beamten.

In dem Verfahren verklagt Lok Thye Lau seinen früheren Arbeitgeber, das FBI, das ihn wegen mehrerer Fälle von Ladendiebstahl entlassen hatte. Seiner Ansicht nach sind die Ladendiebstähle Folge einer psychischen Erkrankung, die er sich durch den immensen Streß im Rahmen seines Undercover-Einsatzes und aufgrund fehlender Unterstützung durch seine Vorgesetzten zugezogen hat. Andeutungen in den Dokumenten lassen vermuten, daß er sich eine längere Zeit - über ein halbes Jahr - verdeckt im organisierten chinesischen Verbrechen bewegt hat.

Einem Artikel des San Antonio Bizjournals zufolge spricht tatsächlich wenig für die Behauptung, Lau wäre aufgrund von Ladendiebstählen entlassen worden. Daß von Beginn an beabsichtigt war, ihn nur für diesen einen Auftrag einzusetzen dürfte zwar reine Spekulation sein, daß die Ladendiebstähle nur vorgeschoben wurden, um Mängel bei seiner Betreuung zu vertuschen, scheint allerdings dem Bericht zufolge überzeugend.

Die zurückgezogenen Dokumente - eine Erklärung Laus und ein Unterstützungsschreiben einer Menschenrechtsorganisation - sind allerdings mittlerweile auf mehreren Websites gespiegelt worden.

Diese Verbreitung sollte durch das FBI nun offenbar "rückgängig" gemacht werden.

"Das erstaunt mich", sagte Kate Martin, Leiterin des Washingtoner Center for National Security Studies. "Ich habe noch nie zuvor davon gehört, daß sie um eine derartige Genehmigung ersucht hätten. Es ist sehr beunruhigend, daß das FBI vorhat, herumzulaufen und heimlich Festplatten zu untersuchen, um festzustellen, ob sie diese Informationen enthalten."

James X. Dempsey, ein Experte für Nationale Sicherheit am Center for Democracy and Technology in Washington, sagte, daß es bisher noch nie vorgekommen sei, daß das "FBI diese Art der Kontrolle ausüben" wollte.

Die Regierung hatte Richter Garland E. Burrell Jr. weder informiert, wie sie feststellen wollten, wer die Dokumente auf seine Computer kopiert hatte, noch ob bereits Computer untersucht worden sind. Die Regierung prüft derzeit, ob der Antrag erneut gestellt werden soll.

Angesichts der aus den Dokumenten zu folgernden Aussage, daß das FBI spätestens im Jahr 1987, als Lau seinen Einsatz hatte, weltweit Undercover-Agenten eingesetzt hat, ist es wenig verwunderlich, daß die US-Regierung größtes Interesse daran hat, die Informationen verschwinden zu lassen. Der Wille, dies durch eine derart großangelegte FBI-Aktion zu erreichen, zeugt nicht nur von der Wichtigkeit der Informationen, sondern auch von der Unkenntnis der US-Regierung des Internets.




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