www.Freace.de


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Wurde al-Ghozi ermordet?
13.10.2003









Wie Reuters am Montag berichtete, wurde der als Bombenbauexperte bezeichnete Fathur Rohman al-Ghozi offiziellen Angaben zufolge bei einer Schießerei mit Polizisten und Soldaten getötet.

Al-Ghozi war vor drei Monaten zusammen mit zwei anderen als moslemische Rebellen bezeichneten Gefangenen die Flucht aus einem philippinischen Gefängnis in Manila gelungen, als man ihnen erlaubte, ihre Zellen zu verlassen.

Einer der Entflohenen wurde kurz danach von Soldaten getötet und der zweite vor einer Woche gefangengenommen.

Offizielle Stellen sagten, die Polizei hätte einen Hinweis über al-Ghozis geplanten Weg erhalten und konnte ihn so stellen. Als sein Kleinbus von Polizisten zusammen mit Soldaten angehalten wurde, eröffneten zwei Männer, einer davon al-Ghozi, das Feuer auf sie. Dabei wurde al-Ghozi getötet während der andere Mann flüchten konnte, so die offizielle Darstellung.

Dies wurde von der philippinischen Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo als großer Erfolg gefeiert. "Der Tod al-Ghozis ist ein Signal, daß Terroristen in den Philippinen nie weit kommen werden", sagte sie.

An der offiziellen Darstellung kommen aber immer mehr Zweifel auf und es mehren sich Stimmen, die von einer Ermordung al-Ghozis "zum besten Zeitpunkt" sprechen.

Nicht nur, daß der Sonntag genau der einjährige Jahrestag des Bombenanschlags in Bali war, außerdem wird US-Präsident in wenigen Tagen die Philippinen besuchen.

Polizisten und Anwohner von Pigcawayan, dem Ort, wo es zu dem Feuergefecht gekommen sein soll, haben dies weder gehört noch sind nun Spuren davon zu entdecken.

Der örtliche Polizeichef Raulito Suyom sagte: "Wir wurden von Anwohnern über Schüsse in Pigcawayan informiert, aber als wir dort eintrafen, sahen wir keinerlei Hinweise auf ein Feuergefecht."

Selbst Mitglieder der Regierung bezweifeln die offizielle Darstellung.

"Das ist zu gut, um wahr zu sein", sagte Senator Ramon Magsaysay, der Vorsitzende des Nationalkomitees für Verteidigung und Sicherheit. "Nach 90 Tagen intensiver Suche nach ihm wird er plötzlich bei einem angeblichen Feuergefecht getötet. Das bestätigt nur frühere Berichte, daß al-Ghozi sich schon lange in den Händen des Militärs befunden hat und als die richtige Zeit gekommen war, wurde er geopfert."




Zurück zur Startseite





Impressum

contact: EMail