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Der Irak wird weiter geplündert
01.10.2003









Die Berichte über die Plünderungen nach dem Einmarsch der USA im Irak sind fast vier Monate her, die Plünderungen gehen aber weiter, wie die Chicago Sun Times am Dienstag berichtete.

Zwar werden nicht mehr die Museen in Baghdad oder anderen Städten geplündert, wie dies anfangs der Fall war, die archäologischen Stätten im Irak werden aber weiterhin ungehemmt geplündert.

So berichtete Donny George, Generaldirektor des staatlichen irakischen Gremiums für Antiquitäten, daß gleichzeitig bis zu 300 Plünderer, einige bewaffnet mit Gewehren und Mörsern, "Tag und Nacht" die archäologischen Stätten im Südirak auf der Suche nach Tontafeln, Siegelwalzen, kleinen Statuen und Juwelen durchwühlen.

Nur eine Handvoll Wachen sind an den Ausgrabungsstätten postiert, was nicht reicht, um die Plünderer zu vertreiben. Nach Georges Aussage haben irakische Beamte die "Koalition" um Unterstützung gebeten. Offensichtlich bisher ohne Erfolg.

Diese Plünderungen sind archäologisch betrachtet noch schlimmer als die Diebstähle aus den Museen, da die hier ausgegrabenen und außer Landes geschafften Gegenstände bisher nicht dokumentiert werden konnten. Während dies für Wissenschaftler katastrophal ist, dürfte es für die Plünderer eine angenehme Begleiterscheinung sein, da es so wesentlich schwerer fällt, die gestohlenen Gegenstände aufzufinden.

Nach internationalem Recht sind die USA und Großbritannien als Besatzer des Iraks auch für die öffentliche Ordnung und die Verhinderung solcher Straftaten verantwortlich. Allerdings sind sie ebenso für die Grundversorgung der Bevölkerung, beispielsweise mit Wasser und Strom, verantwortlich, eine Aufgabe, der sie bisher auch kaum nachgekommen sind.

Es ist also wenig verwunderlich, daß bisher keine Anstrengungen unternommen worden sind, um die Plünderungen zu verhindern.




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