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Schattenkabinett im Irak
11.10.2003









Wie AFP am Samstag berichtete, hat der shiitische Geistliche Muqtada al-Sadr ein Schattenkabinett gebildet.
In seiner Freitagspredigt hatte er gesagt: "Ich habe mich entschieden und eine Regierung aus mehreren Ministerien gebildet, darunter Ministerien für Justiz, Finanzen, Information, Inneres, Außenpolitik, Stiftungen und für die Förderung der Tugend und der Vorbeugung vor Laster."

Damit hat er seine Ankündigung vom Juli diesen Jahres in die Tat umgesetzt.

"Wenn ihr damit einverstanden seid, rufe ich euch dazu auf, friedlich zu demonstrieren, um eure Unterstützung zu zeigen", so al-Sadr weiter.

Diese Demonstration viel für al-Sadrs Verhältnisse allerdings eher verhalten aus. Während allein die Umstellung des Hauses al-Sadrs durch amerikanische Truppen zu einer Demonstration von über 10.000 Menschen geführt hatte, waren es am Samstag nur mehrere hundert.

Trotzdem ist dieser Schritt ein weiteres Zeichen, daß sich der Geistliche mittlerweile in einer Position sieht, die ihm eine Konfrontation mit den Amerikanern erlaubt, da diese eine Gegenregierung kaum dulden können.

In diesem Zusammenhang gewinnt der Zwischenfall im Stadtteil Sadr City von Baghdad am Freitag, bei dem 2 US-Soldaten getötet worden waren, noch mehr Gewicht.

Zwar hat al-Sadr längst nicht alle Shiiten des Iraks hinter sich, Berichten zufolge sind es aber mehrere 100.000 Menschen, wobei nicht klar ist, wieviele hiervon für ihn tatsächlich zu den Waffen greifen würden.

Weiterhin ist nicht klar, wie sich im Falle einer offenen Konfrontation die übrigen shiitischen Geistlichen des Iraks verhalten würden. Die meisten von ihnen stehen al-Sadr zwar kritisch gegenüber, andererseits sind sie aber immer bemüht, Meinungsverschiedenheiten nicht öffentlich zu diskutieren, sondern als Einheit zu agieren. Darüberhinaus wären die Gegner hier mit den Amerikanern auch noch "Ungläubige", deren Besatzerrolle auch von den übrigen shiitischen Geistlichen immer schwerer toleriert wird.




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