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4 Milliarden verschwunden?
23.10.2003









Wie AP am Donnerstag berichtete, hat die amerikanische "Übergangsverwaltung" des Iraks bisher nach Angaben der Hilfsorganisation Christian Aid über den Verbleib von 4 der insgesamt 5 Milliarden US-Dollar, die sie bisher für den Wiederaufbau des Landes erhalten hat, keine Rechenschaft abgelegt.

"Das ist irakisches Geld" sagte Roger Riddell, internationaler Direktor der britischen Hilfsorganisation. "Das irakische Volk muß wissen, was damit passiert und es sollte zum Nutzen aller Menschen des Landes benutzt werden, insbesondere für die Ärmsten."

Riddell nannte es "fast schon skandalös", daß der Verbleib der Gelder bisher nicht erklärt werden konnte und drängte die britische Regierung, eine vollständige Aufstellung der Ausgaben der "Übergangsverwaltung" zu fordern.

Die insgesamt 5 Milliarden US-Dollar setzen sich aus 1 Milliarde aus dem früheren "Öl für Nahrungsmittel"-Programm der Vereinten Nationen, 2,5 Milliarden aus beschlagnahmtem Besitz von Saddam Hussein und 1,5 Milliarden aus Ölverkäufen zusammen.

Anscheinend ist die US-Regierung der Ansicht, nur über den Verbleib des von den Vereinten Nationen erhaltenen Geldes Rechenschaft ablegen zu müssen.

Einer der Gründe hierfür könnten schon häufiger geäußerte Vorwürfe sein, daß US-Unternehmen wie Halliburton überzogene Preise für gelieferte Waren und Dienstleistungen verlangen und erhalten.

So beschuldigte beispielsweise der US-Senator Henry Waxman in der vergangenen Woche Halliburton, überzogene Preise für das in den Irak gelieferte Benzin zu verlangen. Da es den USA bisher nicht gelungen ist, die irakischen Raffinerien wieder soweit in Betrieb zu nehmen, daß sie den irakischen Bedarf decken können, muß das benötigte Benzin trotz der immensen Ölvorräte des Landes importiert werden.

Halliburton verlangte einen Durchschnittspreis von 1,59 US-Dollar pro Gallone (3,7 Liter) Benzin, zuzüglich einer Gebühr von 2 bis 7 Prozent. Der Großhandelspreis lag im Mittleren Osten zu der Zeit - er bezog sich auf Dokumente der US-Armee, die bis zum 18. September reichten - bei 0,71 US-Dollar. Für den Transport von Kuwait in den Irak berechnete Halliburton also 0,90 US-Dollar. Unabhängigen Experten zufolge läge ein annehmbarer Preis zwischen 0,1 und 0,25 US-Dollar pro Gallone.




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