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"Krieg gegen den Terror" im Irak?
31.10.2003









Von der ursprünglichen Begründung für den Angriff auf den Irak, den nach US-Angaben in großen Mengen vorhandenen Massenvernichtungswaffen, fehlt nach wie vor jede Spur. Die am Freitag erneut vorgebrachten Vorwürfe, daß sie nach Syrien verlegt worden seien entbehren wie beim letzten Mal jeglicher Beweise und dürften vielmehr dazu dienen, ein weiteres Mal den Druck auf das Land zu verstärken und zu zeigen, daß die USA sich auf der Seite Israels befinden.

Auch die irakische Bevölkerung scheint sich nicht wirklich so "befreit" zu fühlen, wie dies später als Begründung genannt wurde.

Und auch für die von Washington genannte Begründung, es gäbe eine Verbindung zwischen der Regierung Saddam Husseins und Terrororganisationen wie Al-Qaida fehlten bisher jegliche Beweise.

Am Donnerstag nun wurde der erste Versuch unternommen, dies zumindest verbal zu ändern. Beamte des Pentagons hatten gesagt, daß zwei festgenommene Mitglieder der Organisation Ansar al-Islam, die den USA zufolge wiederum Verbindungen zu Al-Qaida haben soll, ausgesagt hätten, daß Izzat Ibrahim al-Douri zumindest hinter einem Teil der schweren Anschläge der letzten Zeit stecken soll.

Al-Douri war ein hochrangiges und langjähriges Mitglied der Regierung Saddam Husseins und ist der Kreuz König im US-Kartenspiel der meistgesuchten Iraker.

Schon vor Beginn des Krieges war er schwer erkrankt und wegen seines Krebsleidens in der Schweiz behandelt worden, sein derzeitiger Gesundheitszustand ist nicht bekannt, es ist aber kaum anzunehmen, daß er sich gebessert hat. Der einzige Hinweis auf eine - darüberhinaus nur indirekte - Verbindung zu Al-Qaida beruht auf den angeblichen Aussagen zweier Menschen, die sich in amerikanischer Gefangenschaft befinden, wobei die Verhörmethoden der USA offensichtlich sehr "erfolgsorientiert" sind.

Am Freitag nun titelte AP eine Meldung mit "Al-Qaida-Taktiken bei Angriffen in Baghdad beobachtet."

Unter Berufung einen hochrangigen US-Beamten für Terrorbekämpfung meldete die Nachrichtenagentur, daß, wie dies seiner Aussage nach häufig bei Al-Qaida-Anschlägen der Fall sei, bei den letzten Anschlägen in Baghdad Plastiksprengstoff und ein vorausfahrendes Auto als Ablenkung eingesetzt worden sind.

Dies wäre ein starker Hinweis, daß Al-Qaida an den Anschlägen beteiligt gewesen ist, so der Beamte.

Objektiv betrachtet scheint es allerdings eher ein Hinweis dafür zu sein, daß die USA im Irak unbedingt eine Verbindung zu Al-Qaida konstruieren wollen.

Der Benutzung von Plastiksprengstoff beweist vorrangig, daß die Attentäter auf einem technisch höheren Niveau befanden, als dies noch vor einigen Monaten der Fall war.

Der besonders betonte Umstand, daß ein weiteres Fahrzeug genutzt wurde, um Wachen abzulenken, beweist bestenfalls, daß die Verantwortlichen in der Lage sind, sich auf geänderte Umstände einzustellen. Die Idee eines solchen Ablenkungsmanövers dürfte kaum eine langjährige Ausbildung in Terroristenlagern Al-Qaidas erfordern.

Andererseits ist es natürlich alles andere als unwahrscheinlich, daß Al-Qaida sich an den Angriffen auf US-Soldaten beteiligt. Auch dies würde aber den amerikanischen Kriegsvorwand, daß es eine Verbindung Baghdads mit bin Laden gab, nicht stützen, da wesentlich wahrscheinlicher sein dürfte, daß Al-Qaida erst durch die amerikanische Besatzung in das Land gekommen ist.




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