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Israel provoziert weiter
22.10.2003









Wie AP berichtete, hat der israelische Minister für Innere Sicherheit, Tzahi Hanegbi, am Mittwoch die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem besucht.

Vor drei Jahren führte der Besuch des jetzigen israelischen Premierministers Ariel Sharon zum Ausbruch der zweiten Intifada.

Von Moslems wird der Besuch als Entweihung der heiligen Stätte betrachtet. "Dies ist ein provozierender Besuch, der darauf zielt, die ohnehin schon angespannte Lage weiter zu verschärfen und eine Entschuldigung dafür zu finden, Moslems daran zu hindern, in der gesegneten Moschee zu beten", sagte der Mufti von Al-Quds und Palästina, Scheich Ekremah Sabri.

"Wir halten den Minister für schuldig, die Gefühle von Moslems provoziert und die Al-Aqsa-Moschee entweiht zu haben", so Sabri.

Hanegbi hatte seinen Besuch, anders als Sharon vor drei Jahren nicht im voraus öffentlich angekündigt. Hanegbi war nach Sabris Aussage über eine Stunde lang über den Platz der Moschee gegangen, während die Wachen der Moschee ihn daran hinderten, das Innere der Moschee zu betreten.

Auch Hamas und die palästinensische Regierung sehen den Besuch als Provokation an. Der palästinensische Minister Saeb Erekat sagte, der Besuch wäre dazu da gewesen, "eine Eskalation der Gewalt und des Extremismus in der Region zu provozieren."

Tatsächlich dürfte es mehr als unwahrscheinlich sein, daß Hanegbi die Moschee in Unwissenheit der möglichen Folgen besucht hat.

Ebenfalls am Mittwoch wies die israelische Regierung eine UN-Resolution zurück, die Israel mit überwältigender Mehrheit (144 Ja-Stimmen und nur 4 Nein-Stimmen sowie 12 Enthaltungen) aufforderte, den Bau der "Mauer" sofort einzustellen. Im Gegensatz zu Resolutionen des UN-Sicherheitsrates sind Resolutionen der UN-Vollversammlung nicht bindend. Daher wird die israelische Ankündigung, die Resolution zu ignorieren, faktisch folgenlos bleiben.

Obwohl die Resolution wie zuvor von den USA gefordert auch die palästinensischen Anschläge verurteilte, hatten die USA auch dieses Mal wieder gegen die Resolution gestimmt. Die hierfür genannte Begründung war, daß die beteiligten Organisationen nicht namentlich genannt wurden.

Neben den USA hatten noch Israel, Mikronesien und die Marshall-Inseln gegen die Resolution gestimmt.




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