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"Der Monat des Jihad"
27.10.2003









Am Montagmorgen ist es in der irakischen Hauptstadt Baghdad zu einer Welle der Gewalt gekommen. Bei zumindest teilweise von Selbstmordattentätern verübten Anschlägen sind mindestens 35 Menschen getötet und 224 verletzt worden.

Das erste Anschlagsziel war ein Gebäude des Internationalen Roten Kreuzes, kurz danach explodierten Bomben an vier Polizeirevieren in unterschiedlichen Stadtteilen Baghdads.

Erst am Sonntag war das Al-Rashid-Hotel, in dem sich zu dem Zeitpunkt auch der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz aufhielt, mit einem Raketenwerfer angegriffen worden.

Die Anschläge vom Montag dürften ein erstes Indiz dafür sein, daß die von einem moslemischen Führer in einem Artikel des britischen Independent gemachte Prognose, daß der am Montag begonnene moslemische Fastenmonat Ramadan ein "Monat des Jihad" würde, zutreffend ist.

"Wir sind Moslems im Irak und Ramadan ist der Monat des Jihad. Jeder Moslem kann sehen, daß wir Invasoren in unserem Land haben. Es gibt viele, die die Amerikaner unter allen Umständen vertrieben sehen wollen", sagte Scheich Douhi Abdul Jalil Ibrahim von der Moschee Abu Hanifa in Baghdad.

Sollten die vergangenen beiden Tage tatsächlich nur der Beginn eines ganzen Monats derartiger Gewalt sein, dürfte dies der Regierung um US-Präsident George W. Bush weitere Erklärungsprobleme bereiten. Möglicherweise würde dies sogar schon dazu führen, daß der bereits etwas ins Abseits gedrängte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seinen Posten räumen müßte.

Die Folgen für die irakische Bevölkerung dürften aber vermutlich ebenfalls unerträglich sein. Die Toten und Verletzten vom Montag sind mit wenigen Ausnahmen ausschließlich Iraker.

In Fallujah sind am Montag 5 weitere irakische Zivilisten von amerikanischen Soldaten erschossen worden, als diese nach einem Angriff auf ihren Konvoi in Panik wild um sich schossen.




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