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Unschuldig, aber zahlen
01.10.2003









Ein Berufungsgericht in Washington hat ein Unternehmen zur Zahlung von 10 Millionen US-Dollar Entschädigung verurteilt und gleichzeitig festgestellt, daß das Unternehmen unschuldig ist, berichtete AP am Mittwoch.

Arbeiter der Firma Florida Power & Light hatten den Strom in einem Gebiet abgeschaltet, um eine beschädigte Leitung zu reparieren. Dadurch war auch eine Ampelanlage an einer 50 Meter entfernten Kreuzung ausgefallen, was die Arbeiter allerdings nicht bemerkten.

Jill Goldberg, ein 12-jähriges Mädchen, wurde 1997 getötet als das Auto ihrer Eltern von einem anderen Fahrzeug gerammt wurde und in ein drittes geschleudert wurde, nachdem ihre Mutter auf die Kreuzung gefahren war, ohne anzuhalten. In dem ursprünglichen Urteil war der Familie des Mädchens eine Entschädigung von 37 Millionen US-Dollar zugesprochen worden.

Diese Entschädigung wurde jetzt von dem dreiköpfigen Berufungsgericht auf 10 Millionen US-Dollar herabgesetzt.

Nach Ansicht des Gerichts gehörte es allerdings nicht zu den Aufgaben der Arbeiter der Firma, für das Funktionieren der Ampelanlage zu sorgen. Der vorsitzende Richter Gerald Schwartz sagte, es wäre die Schuld der Fahrer gewesen.

Zusammengefaßt sind die Berufungsrichter also der Ansicht, daß das Unternehmen zwar unschuldig ist, aber trotzdem 10 Millionen US-Dollar bezahlen soll.

Sicherlich kann man der Ansicht sein, daß die Arbeiter der Firma eine Mitschuld trifft. Wenn die Richter des 3rd District Court of Appeal (3. Landgericht für Berufungsverfahren) allerdings nicht dieser Meinung sind, ist eine derartige Verurteilung mehr als bemerkenswert.




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