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Atombomben gegen Terroristen
27.10.2003









Einem bisher unveröffentlichten Papier eines Beratungsgremiums des Pentagons zufolge sollen die USA "Mini-Atomwaffen" entwickeln, die auch gegen Terroristen eingesetzt werden sollen, berichtete der britische Telegraph am Sonntag.

Der Bericht des Defence Science Board (Gremium für Verteidigungswissenschaft) sieht eine Umstrukturierung des Atomwaffenarsenals der Vereinigten Staaten vor und ist der Ansicht, daß "kleinere" Atomwaffen auch gegen kleinere Staaten und gegen Terroristen eingesetzt werden könnten und sollten. Es wird angenommen, daß der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vollständig hinter den Vorschlägen des Gremiums steht.

Ein früherer Pentagon-Beamter sagte hinsichtlich des Berichts: "Die Autoren sagen, daß die schwerfälligen Waffen aus dem Kalten Krieg nicht länger zweckmäßig sind in einer Zeit, in der eine Supermacht sich einer Reihe von terroristischen Bedrohungen und kleinen, feindlichen Staaten gegenübersieht. Feinde der Vereinigten Staaten können darauf spekulieren, daß sie niemals eingesetzt werden."

Die Atomwaffen der USA werden in dem Bericht als "zukünftigen Bedürfnissen der nationalen Sicherheit nicht angemessen" bezeichnet. Es wird vorgeschlagen, amerikanische Atomwaffen zu entwickeln, die im Zeitalter des "Kriegs gegen den Terror" für "das Bedrohungsumfeld von Bedeutung sind."

Die Entwicklung neuer Atomwaffen würde auch eine Wiederaufnahme von Atomwaffentests erfordern.

Der Bürgermeister der am Ende des 2. Weltkriegs durch eine amerikanische Atombombe praktisch vernichteten japanischen Stadt Hiroshima, Tadatoshi Akiba, drückte diesen Monat seine Besorgnis darüber aus, daß "die Politik der Vereinigten Staaten sich nun zu etwas verschoben hat, das eingesetzt werden wird."

Mohamed ElBaradei, Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde, hat hohen amerikanischen Diplomaten gegenüber gesagt, daß die Entwicklung neuer Atomwaffen durch die USA andere Länder dazu verleiten könnte, den Atomwaffensperrvertrag zu brechen und ebenfalls Atomwaffen zu entwickeln.

Angesichts der wachsenden Bedrohung einer ganzen Reihe von Ländern, von den USA angegriffen zu werden, zu der durch die neuen Pläne noch die Möglichkeit eines Angriffs mit Atomwaffen hinzukommen würde, scheint dies tatsächlich nicht nur eine Möglichkeit, sondern eher im höchsten Maße wahrscheinlich.

"Das ist extrem ernst" sagte Arjun Makhijani, Präsident des Washingtoner Institute of Energy and Environmental Research (Institut für Energie- und Umweltforschung). "Die Berufung auf Abschreckung ist nur eine Vernebelung. Der Wunsch ist, Atomwaffen zu entwickeln, die tatsächlich eingesetzt werden können. Die Vereinigten Staaten sind in Gefahr, die Weiterverbreitung [von Atomwaffen] am stärksten voranzutreiben."




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