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Angriff auf Wolfowitz
26.10.2003









Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz, der zurzeit eine vier Tage dauernde Reise durch den Irak macht, ist am Sonntagmorgen offenbar nur knapp einem Raketenangriff auf das Hotel, in dem er übernachtete, entkommen.

Gegen 06:10 Uhr war das Al-Rashid Hotel in Baghdad, das zahlreichen Amerikanern - sowohl Militärangehörigen als auch Zivilisten - als Unterkunft dient und schwer bewacht wird, mit 29 Raketen aus einem vermutlich selbstgebauten Raketenwerfer beschossen worden.

Dabei sind nach Angaben des US-Militärs ein US-Soldat getötet und 4 weitere Soldaten, 7 amerikanische Zivilisten und 4 "nichtamerikanische zivile Koalitionspartner" verletzt worden.

Der auf einem Anhänger als fahrbarer Stromgenerator getarnte Raketenwerfer war anscheinend mit einer Zeitschaltuhr versehen und begann einige Minuten, nachdem er in ungefähr 400 Meter Entfernung zum Hotel abgestellt worden war, selbständig zu feuern.

Die Fassade des Hotels wies am Morgen zahlreiche Schäden auf.

Insgesamt befanden sich einer anonymen Quelle des US-Militärs zufolge 40 Raketen in dem Raketenwerfer, von denen allerdings nur 29 abgefeuert worden sind. Dabei handelte es sich um 85- und 68-Millimeter-Raketen. 85-Millimeter-Raketen werden üblicherweise gegen Flugzeuge eingesetzt und 68-Millimeter-Raketen von Hubschraubern abgefeuert.

Der Angriff kann als weiteres Indiz für die schnelle Entwicklung des irakischen Widerstands angesehen werden, da hier Informationen über Wolfowitz' Zeitplan, Fähigkeiten für den Bau und den Umgang mit dem Raketenwerfer und der Zugang zu den Raketen notwendig waren. Der Angriff wurde offenbar längerfristig vorbereitet.

Es ist offensichtlich, daß Wolfowitz Ziel des Angriffs war. Damit wurde die amerikanische Strategie, Mitglieder der irakischen Regierung unter Saddam Hussein durch Bombenangriffe zu töten nun vom irakischen Widerstand gegen eine der Personen eingesetzt, die sich am vehementesten für den Irakkrieg eingesetzt hat.

Bemerkenswert ist hierbei sicherlich auch, daß einige deutsche Medien von einem "Anschlag" sprechen, eine Formulierung, die den Angriffen auf Saddam Hussein und seine Regierung nicht zuteil wurde.




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